Ist Abschaffung wirklich sinnvoll?

Ist Abschaffung wirklich sinnvoll?

Beitragvon Themistokles » So 29. Nov 2009, 15:36

Zum Thema Abschaffung der Studiengebühren....

Ich persönlich verstehe eine gewisse Notwendigkeit in Studiengebühren. Bzw. sagen wir es mal so: irgendwer muss unsere Dozenten bezahlen. Irgendwer muss die Unis in Takt halten. Das kostet Zaster. Den grad niemand von uns hat. Den aber viele hätten, wenn sie in Zukunft den Job haben, den ihnen ihr Abschluss verleihen könnte. Dafür zahlen sie auch mehr Steuern. Klar...
Meine Sicht:

1. Abschaffung wäre toll. wobei ich da gerade nicht persönlichen Geiz und ständige finanzielle Misslage von objektiven Gründen trennen kann, und dann AUCH NOCH Gebühren und knallharter Nebenjob miteinfließen. sprich: subjektive Gründe.

2. trotzdem: 500 sind zuviel. 586, irgendwas ist ne Frechheit. Also da auch noch Verwaltungskosten zu verlangen ist wirklich der Gipfel. Mein ganz gesunder Menschenverstand murmelt 300 und 50 Euro Büchergutschein....als Realforderung, mein strategischer Verstand labert dagegen und sagt 300 und 100 Euro, Maximalforderung usw....Wobei ich strategisches Vorgehen prinzipiell ablehne. und deswegen der ersten Stimme gehör verleih, auch wenn 100 Euro Gutschein ( Bücher oder was man sonst so an Materialien braucht + Kopiergutschein) noch schöner wär.
Und wenn das Geld, das da fließt, oder fließen muss eben auch sinnvoll fließt. Ist ähnlich wie Schwarzarbeit: Steuern zahlen ist blöd, aber richtig. Würde jeder zahlen träfe es diejenigen, die zahlen nicht so hart, und ich bleibe trotzdem bei dem Recht Sozialschmarotzer als Sozialschmarotzer zu bezeichnen. Ob jemand ein Sozialschmarotzer ist, muss jeder selbst spüren.

3. Bildung für alle und zwar umsonst. Ist richtig. Ist möglich ( niemand schmeißt wen auch immer aus der Bibilothek raus). die Frage ist, ob universitäre Bildung für jeden zugänglich bleibt. ( Ohne, dass man 5 Jahre vorausrechnen muss und Schuldenberg, und sich quasi mit 19 festlegen muss, dass man nach dem Bachelor sofort ins Berufsleben übergeht...und ob das schlimm ist, bzw. ein sehr früher Eingriff in die persönlichen Entscheidungsfreiheiten des Einzelnen).


Ich denke, da gibt es noch sehr viel diskussionsbedarf. schreibt, was ihr denkt! die aktionisten sollten sich klar sein, was für forderungen sie mit welchen argumenten stellen dürfen. Maximalforderung und realistischer Kompromis. beides steht zur Auswahl.
Themistokles
 
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Re: Ist Abschaffung wirklich sinnvoll?

Beitragvon _k_ » Mi 2. Dez 2009, 22:36

an sich studiengebühren- na schön, wenns sein muss. dass das irgendwie auch sinnvoll ist, bitte. dagegen is nix einzuwenden. solang das geld auch für das eingesetzt wird, wozu es gedacht ist, aber ist das immer so genau nachvollziehbar?
mir persönlich, bzw. meinem geldbeutel tun die studiengebühren schon weh, gerade weil das geld nciht so dicke sitzt. und das tut es auch MIT bafög nicht (aber bafög ist ja dann acuh ncohmal ein gesondertes thema. fand das, was der ak bafög gestern vorgestellt aht, übrigens schonmal echt top. da war auch zu sehen, dass acuh konstruktiv an den problemen gearbeitet wird. weiter so!). und es ist nicht schön, wenn man sich zum neuen semester überlegen muss, wo man den batzen geld denn jetzt hernimmet, den man zahlen soll. ewig halten ersparnisse eben auch nicht.
es wäre definitiv schonmal eine erleichterung, wenn der betrag einfach geringer wäre. dass die abschaffung der gebühren irgendwie durchkommen wird, daran wage ich zu zweifeln. trotzdem würde cih genau das fordern. lieber die forderungen ein bisschen härter formulieren als dass am ende sowas dabei rauskommt wie: ach, stellt euch doch wegen der 100, 200€ nicht so an. oder etwas in der art.
da soll man sich vernünftig um sein bachelor-studium kümmern und dann noch die geldprobleme, die einem immer im hinterkopf herumspuken-sehr unschön zuweilen. auch für eltern, die ihren kindern zwar ein studium ermöglcihen wollen, denen finanziell aber nciht der spielraum zur verfügung steht, der dazu mittlerweile nötig wäre.
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Re: Ist Abschaffung wirklich sinnvoll?

Beitragvon S.A. » Di 8. Dez 2009, 12:42

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Re: Ist Abschaffung wirklich sinnvoll?

Beitragvon Der B » Mi 9. Dez 2009, 19:48

Sehr schöner Artikel ;)
Gerade das mit den doppelten Jahrgängen wusst ich noch gar nicht...

Bzw. sagen wir es mal so: irgendwer muss unsere Dozenten bezahlen. Irgendwer muss die Unis in Takt halten. Das kostet Zaster.

Ist das nicht Aufgabe von Bund und Ländern? Wir sind nicht im Amerika, wo man als Student alles selbst berappen darf. Dort würde sich keine Uni trauen, ein solches Chaos über eine solch lange Zeit seinen Studenten zuzumuten, weil das nämlich eins bewirken würde: Keine Studenten = Keine Einnahmen. Gut, Harvard hat 26 Milliarden USD Polster, aber auch die können sich das bei 3,5 Mrd jährlichen Ausgaben nicht ewig leisten....(und nicht jede Uni hat ein Vermögen wie Harvard)

an sich studiengebühren- na schön, wenns sein muss. dass das irgendwie auch sinnvoll ist, bitte. dagegen is nix einzuwenden. solang das geld auch für das eingesetzt wird, wozu es gedacht ist, aber ist das immer so genau nachvollziehbar?

Doch, klar, wenn am Semesterende ne Mail der Teilbib rumgeht, dass man noch Vorschläge für neue Bücher braucht, da ansonsten einige 1000 Euro in einen Topf wandern, den andere an anderer Stelle verprassen dürfen. Oder wenn man nach einigen Wochen Wartezeit ein Buch aus der Unibib-Nachbestellung bekommt...statt 500€ zu zahlen, hätt ich mir auch das Buch für 75€ selbst (und sofort!) kaufen, und drüber hinaus noch 425€ in Blackjack und Nutten investieren können.
Deckt sich übrigens mit 2.) von Themistokles

mir persönlich, bzw. meinem geldbeutel tun die studiengebühren schon weh, gerade weil das geld nciht so dicke sitzt. und das tut es auch MIT bafög nicht

Ich kann ja mal aufstellen, was ich so monatlich übrig habe. Hatte das Board vorgestern nicht noch ne Rubrik vonwegen "soziale Härtefälle" oder so? Von den ~600€ Maximalbafög kann man ja direkt mal 100€ abziehen, die anteilsmäßig für Studiengebühren und andere unibezogene Sachen weggehen...Miete, Essen und Luxus wie ein Internetzugang drauf, und die Restsumme ist ratzfatz seeehr klein...

ewig halten ersparnisse eben auch nicht.

Sofern man denn welche hat.
Ich hab wegen diversen Papierkriegen meinen Antrag auf Weiterzahlung vom Bafög erst gegen Ende September komplett einreichen können, mit der Folge, dass ich gegen Jahresende eine fette Nachzahlung krieg (es lebe die Bearbeitungszeit). Zusammenkratzen kann ich heute noch ~400€. Gesamt-Restvermögen wohlgemerkt, dem aktuell wohl so ungefähr 6500€ Schulden aus dem Bafög gegenüberstehen. Mal gut, dass das auf 10k gedeckelt ist, das erreich ich dann bequem mit dem Ende des Bachelors, Anfang des Masters. Wobei man sich ja noch nicht drauf verständigt hat, dass der Master konsekutiv ist, ich also im dümmsten Fall nicht-zinsfreie Kohle von einer Bank brauche. Oder es sein lassen muss.

(Versteht der durchschnittliche Anti-Protest-Wiwi natürlich nicht. Geld HAT man.)

Eins noch :D
3. Bildung für alle und zwar umsonst.

Bei sehr vielen ist sie tatsächlich umsonst :roll:
Der B
 
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