Langsam ist genug

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Langsam ist genug

Beitragvon Juraerstie09 » Sa 5. Dez 2009, 18:18

Um Aus sicht eines Jura Ersties zu Schreiben:

Langsam solltet ihr sehen, dass die Stimmung unter den Ersties teilweise sogar schon aggressiv wird.
Richtig: ihr habt Räume organisiert. - Am Hubland. Nicht jeder Student ist so mobil um ständig quer durch die Stadt zu fahren. Somit entgehen vielen die Vorlesungen. Und wie wichtig die gerade am Anfang sind,.... - daran solltet ihr euch auch noch erinnern können.
Oder leidet etwa euer eigenes Studium auch nur im geringsten unter eurer Besetzung?
Habt ihr als Besetzer irgendeine Vorlesung oder Übung oder ein Seminar das euch seit Beginn der Besetzung wichtig war verpasst? (oder besser: verpassen müssen?)
Habt ihr nicht sogar selbst im Audimax euch "Lernphasen" eingeräumt?
Ganz ehrlich? Wie würdet ihr das finden, wenn wir vielen Ersties euch par einzelne Besetzer von euren Veranstaltungen abhalten. Dafür sorgen, dass eure "Lernphasen" gestört würden?
--> keine Sorge... machen WIR nicht! wir werden nicht auf euer Niveau abfallen. Sicher nicht!

Zudem Inhalt eurer Besetzung.
Grundsätzlich:
Und ihr werdet es nicht glauben. In einigen Punkten stimme ich euren Forderungen zu. Jedoch lernt man im Studium recht Früh das Wort Verhältnismäßigkeit.
Von euren Methoden des "Diskutierens" nehme ich sehr weit abstand. (Denkt an die teilweise persönlichen Beleidigungen ggü Herrn Prof. Hochhuth - der zu der Situation wirklich am wenigsten konnte).
Ein wichtiger Punkt der hier auch noch erwähnt werden sollte: Wer gab euch das Recht für "uns" zu sprechen? - Keiner von euch spricht für mich, das kann ich selbst wenn ich möchte.
Speziell wegen diesen Kommentaren, eurem Verhalten und Auftreten schäme ich mich dafür, dass ihr eigentlich meine Kommilitonen seid.

Ein letztes Wort:
Sollte ich sehr banal immer „Ihr, Euch, Ihr Besetzer…“ schreiben, möchte ich mich bei den wenigen Besetzern entschuldigen, die durchaus noch vernünftig handeln und reden. Leider hat gerade die vergangene Woche gezeigt, dass die Anderen überwiegen.
Auf ein hoffentlich baldiges friedliches Ende.
Wünsche allen, den Ersties, speziell meinen Kommilitonen der Juristischen Fakultät, aber auch euch Besetzern ein ruhiges und besinnliches Weihnachten.
MAN KANN NICHT IMMER MIT DEM KOPF DURCH DIE WAND!

Ein kleiner Nachtrag:
Mit einigen Kollegen von euch "Besetzern", habe ich ja vor dem Audimax gesprochen... will nur einiges hier mal zur diskussion stellen.

X: "Was stört euch, wenn mal ne Vorlseung ausfällt, spätestens in 2-3 Semstern geht ihr eh in kaum mehr eine. genieß die freie zeit, soviel haste später nicht mehr"
- ich möchte das selbst entscheiden. Einige stört es vielleicht nicht, im 20. Semester mit 30 jahren im 5. Studiengang zu studieren. kein Wunder dass Studenten hin und wieder ein schlechtes Bild in der Bevölkerung abgeben. ich für meinen Teil möchte ein Umfangreiches aber Zügiges Studium hinter mich bringen. Eigenverantwortlich - Ohne dass mir einer von Euch das vorschreibt.

Y: "Das ist wie ein ganz normaler Streik hier"
NEIN, Bei einem Streik trifft die Belegschaft die Firma. Ich denke, die UNI ist hier noch mit am wenigsten getroffen. Ihr Trefft eure eigene Belegschaft.
Und nebenbei: Wieso Audimax?
Wäre das nicht das gleiche, als wenn ein streikender Mitarbeiter von Opel sich ins Audi-Werk setzt? Gleichzeitig aber weiter kleine Corsas baut?

Z: "Wenn wir das Audimax nicht besetzt halten, würden wir kein Gehör in der Öffentlichkeit finden"
- Terroristische Organisationen begründen Ihre Anschläge aus selbigen Gründen. (Ich will jedoch sehr weit davon Abstand nehmen, Euch mit solchen zu vergleichen, hatte nur irgendwie gepasst. Also Entschuldigt)

so far....
geht raus und gut is, besetzt euren Höhrsaal, oder macht was ihr wollt, aber lasst uns studieren wie wir wollen.


Auf reaktionen bin ich nun gespannt: Eigentlich bin ich seit letzter Woche gewohnt, dass ihr sehr schnell persönlich werdet, wenn man eure meinung angreift. tut euch keinen Zwang an. Ich wollte hier nur meine meinung vertreten. Wenn ich eine Lösung entscheiden müsste, ... aber das muss und darf ich nicht...
Juraerstie09
 
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Re: Langsam ist genug

Beitragvon Fraaanz » Sa 5. Dez 2009, 19:42

Also zuerst mal: Deinem Punkt X stimme ich zu, deinem Punkt Y zum Teil - das ist den meisten wohl auch bewusst, darum werden ja auch Ausweichmöglichkeiten gesucht. (Der Opelmitarbeiter schaut also, dass die Audi-Leute im Opelwerk oder in der nächsten Kirche ;) weiterarbeiten können - das Audi-Werk wird besetzt, weil es prestigeträchtiger ist als das zerfallende Opelwerk). Das ist unangenehm für alle Beteiligten, ermöglicht aber euch, weiter zu studieren (ja, ich weiß, dass Vorlesungen ausgefallen sind und heiße das auch nicht gut) und uns diese Form des Protests und nein, diese Aufmerksamkeit hätten wir anders nicht bekommen. Das ist eine Massenbewegung, während der Audimaxe besetzt werden; und wenn sich alle Hörsaalbesetzer in Deutschland darauf beschränkt hätten, Demos zu machen,...nunja, das Ergebnis haben wir ja nach den letzten 2 Demos gesehen - es ist nichts passiert.

"Nicht jeder Student ist so mobil um ständig quer durch die Stadt zu fahren. Somit entgehen vielen die Vorlesungen. Und wie wichtig die gerade am Anfang sind,.... - daran solltet ihr euch auch noch erinnern können."
Erstens: Doch, jeder Student ist so mobil, ständig quer durch die Stadt zu fahren, dafür zahlt nämlich jeder Student pro Semester 44 Euro. Es gibt, denke ich, genügend Studenten, für die das Normalbetrieb ist - eine Vorlesung in der Phil I am Hubland, dann eine Übung am Wittel, dazwischen vll mal ins Wohnheim in Grombühl, weil woanders kein Platz frei war... (nur als ausgedachtes Beispiel, mir gehts deutlich besser, aber ich glaub, das ist, beispielsweise bei einem Philosophie/Politik-Doppel-Studenten, nicht so unrealistisch). Zweitens: Dass Vorlesungen wichtig sind, egal wann, bestreite ich bestimmt nicht (wer seine Vorlesung braucht und wer nicht, muss jeder selber entscheiden können, wie gesagt in Punkt X) und bin auch der Meinung, dass diese stattfinden müssen, nur akzeptiere ich nicht, dass sich jemand über Mobilitätsschwierigkeiten oder Raumqualität beschwert - für viele andere ist das, wie gesagt, längst Normalität und Sätze wie "Is mir doch scheißegal wies an eurer Fak ausschaut, habt ihr halt Pech gehabt" halte ich nicht gerade für sachlich.

Zu den Kommentaren der Besetzer: Da geben sich Besetzer und Gegner nicht viel, wenn du mich fragst. Es wird in beide Richtungen gleichermaßen beleidigt. Und zu den Inhalten und dazu, dass wir für euch sprechen würden: Wir sprechen weder für noch gegen "euch". Keiner kann für nicht Anwesende sprechen. Ich spreche für mich und für die, die mir gesagt haben, dass sie diese Sache unterstützen. Wenn irgendjemand hier Leute instrumentalisiert, die sich weder für noch gegen die Besetzung aussprechen, sondern einfach nicht da sind und nichts zum Thema sagen, dann halte ich davon nichts. Ich geben zu, dass das auf unserer Seite vorgekommen ist, unter anderem der RCDS hat das aber umgekehrt genauso gemacht und betrachtet sich als Anwalt derer, die nicht kommen und spricht von einer Studierendenschaft, die gesammelt gegen uns ist. Das geht nicht, von keiner Seite.

Zur Besetzung und ob das noch nötig ist, würde ich gerne auf diesen Text von mir in meinem Blog verweisen: http://schweineschreiben.blogspot.com/2 ... tiven.html
Ich halte die Besetzung für gerechtfertigt, solange Ausweichhörsäle gefunden werden und würde mich freuen, im Hörsaal mehr konstruktive Gespräche über die Forderungen führen zu können. Leider steht immer noch die Besetzung, nicht der Inhalt der Besetzung im Vordergrund der Kritik, obwohl die Situation inzwischen, meiner Auffassung nach, durchaus tragbar ist.
Fraaanz
 
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Re: Langsam ist genug

Beitragvon spiderman » Di 8. Dez 2009, 00:35

haha
ich finds lustig dass sich ein jursit aufregt, HAHAHAHA, je weniger menschen ihren abschluss schaffen, weil sie behindert werden, desto erfolgreichen bin ich später HAHAHAHAHAAHA
so ein egoistischer jura student, danke an die besetzer
p.s im internet stehen die vorlesungsskripte
spiderman
 


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