Demokratie an der UNI – mehr Schein als Sein?

June 14th, 2010 von Andreas

Wir leben in einem demokratischen Land und hoffen sehr, dass dies auch so bleibt!

Demokratie ist jedoch kein Naturzustand, der sich von selbst einstellt und am Leben erhält. Demokratie lebt von aktiven, mündigen Bürgern, die an den politischen Prozessen teilhaben und diese mitgestalten. Demokratie lebt nicht von der schweigenden Mehrheit, die alle paar Jahre mal Wählen geht, und selbst das immer weniger tut, weil immer mehr Menschen das Gefühl haben, politisch einflusslos zu sein.

Demokratisch sein ist aber keine Eigenschaft, die uns von Anfang an in die Wiege gelegt ist, sondern etwas, das erlernt werden muss. So schreiben die Autoren der Studie “Vom Rand zur Mitte” der Friedrich-Ebert-Stiftung in ihrer Zusammenfassung:

“Demokratie kann nur funktionieren, wenn die Menschen in die Lage versetzt werden, ihre Partizipationsmöglichkeiten zu nutzen. Hier steht Bildung an erster Stelle, wie die Daten zum Rechtsextremismus deutlich machen. Aber Demokratie erlernen ist primär Erfahrungslernen: Erfährt man, dass man etwas ändern kann, glaubt man an Demokratie; erfährt man das Gegenteil, nützt auch politische Bildung wenig. Eine Demokratisierung der Bildungsinstitutionen ist deshalb zwingende Voraussetzung für die Auseinandersetzung mit rechtsextremen Inhalten und Einstellungen. [...] Da ein Zusammenhang zwischen rechtsextremer Einstellung und Autoritarismus besteht, ist es notwendig, die Wissensvermittlung entsprechend wenig autoritär zu gestalten. Dies bedeutet auch, das Lehrer Position zu undemokratischen und rechtsextremen Einstellungen beziehen und diese nicht „überhören“.”

Gerade an einer Universität sollte demokratische Teilhabe nicht nur möglich, sondern etwas Essentielles sein. Wenn nicht mal die “zukünftige Elite” unseres Landes die Chance hat, Demokratie in der Praxis zu lernen und zu erproben – wo soll das hinführen? An unserer Hochschule ist studentische Mitsprache aber nur da erwünscht, wo es der Hochschulleitung “genehm” ist (siehe Pressekonferenz). Demokratie ist anders…

Wenn auch Dir das Sein, somit die Teilhabe und Mitsprache wichtig sind und Demokratie für Dich nicht nur Schein ist, dann komm zur studentischen Vollversammlung am Di, 15.6., um 19 Uhr ins Audimax, äußere Dich und mische Dich ein!

Philosophie lernen mit Studiengebühren

June 13th, 2010 von Andreas

Heute wollen wir mal ein wenig zur Bildung beitragen in Form einer philosophischen Aufgabe. Hierzu benötigen wir die Methoden der Sprachphilosophie und elementaren Logik. Keine Angst, mit ein wenig Sprachgefühl und gesundem Menschenverstand lässt sich das problemlos meistern. Üben tun wir das heute am Beispiel der Studiengebühren.

Studienbeiträge dienen, wie wir alle wissen, lt. BayHSchG Art.71 Abs.1 Satz 2 “… der Verbesserung der Studienbedingungen.” Würde man die Studiengebühren absenken oder gar abschaffen, so würde sich in nicht wenigen Studiengängen mangels Personal, Räumlichkeiten und Ausstattung die Lehrbedingungen nicht nur verschlechtern, ein Studieren wäre zum Teil sogar nicht mehr möglich. Insofern haben die Plakate mit dem Titel Was wäre, wenn… die Studienbeiträge morgen wieder abgeschafft werden?, die überall in der Phil 1 aushängen, doch recht. Oder nicht?

Diogenes jedenfalls würde vor Entsetzen gegen seine Tonne hämmern und Sokrates aus Verzweiflung einen Schierlingsbecher extra zu sich nehmen…!

Nähern wir uns dem Problem also von der philosophischen Seite: Was meinen wir, wenn wir von “Verbesserung” sprechen? Üblicherweise verwenden wir das Wort in dem Sinne, dass ein Zustand, in dem sich Etwas befindet (Sachen, Personen, Institutionen usw. ), durch ein Ereignis oder eine Handlung in einen anderen Zustand überführt wurde, wird oder werden soll. Dieser neue Zustand zeichnet sich gegenüber dem vorherigen aus, dass er in einer oder mehreren Hinsichten besser ist als der zuvor. Und – auch wenn das trivial klingt – es gibt einen Zustand vor der Verbesserungsmaßnahme! Nie würden wir das Wort “Verbesserung” verwenden, außer vielleicht in einer euphemistischen oder sarkastischen Rede, wenn es diesen Ausgangszustand nicht gäbe. In so einem Fall würden wir Wörter wie “Schaffung”, “Erzeugung”, “Herstellung” etc. gebrauchen.

Hier ergeben sich nun in Bezug auf die obige Argumentation zwei Probleme:
Zum einen lässt der Gesetzestext offen, in welcher Hinsicht die Studienbedingungen verbessert werden sollen. Auch die Studienbeitragssatzung der Uni schweigt sich hierüber aus.
Zum anderen, und das sollte uns hier mehr interessieren, darf die Studierbarkeit durch den Wegfall der Studienbeiträge nicht in Gefahr geraten. Denn, wie wir wissen, dienen Studienbeiträge der Verbesserung der Studienbedingungen, und nicht etwa der Schaffung selbiger. Wenn also so argumentiert wird, dass durch eine Senkung oder erst recht durch die Abschaffung der Studiengebühren, die Lehre in einzelnen Fächern oder Fachbereichen zusammenbräche, dann ist dies logisch falsch. Wenn darüber hinaus die Lehre tatsächlich zusammenbricht, dann ist dies sogar gesetzeswidrig.

Ein Grund zu klagen…

Und vor allem ein Grund für Dich zur Vollversammlung am Di, 15.6., um 19 Uhr ins Audimax zu kommen und deinen Unmut darüber zu äußern, a) dass Du mit Deinem Geld Sachen finanzierst, die als Grundausstattung eigentlich Sache des Freistaates sind, und b) dass die Uni-Leitung dies unter den Tisch kehrt, anstatt sich beim Freistaat lautstark für mehr Grundmittel einzusetzen in den Bereichen, wo sie fehlen.

Mahnwache in Nürnberg

June 10th, 2010 von Sabine

StudentInnen haben sich in der Nürnberger Innenstadt für eine zweitägige Mahnwache zusammengefunden, um für ein selbstbestimmtes Bildungssystem zu demonstrieren.

„Wir könnten viel, wenn wir zusammenstünden“

June 8th, 2010 von Sabine

Das Zitat von Friedrich von Schiller könnte als Leitspruch des Bundesweiten Bildungsstreikes stehen. In mehreren Städten Deutschlands finden HEUTE (9.6.) Demonstrationen für eine bessere Bildungspolitik statt.

In Würzburg hat die Studierendenvertretung StudentInnen, Auszubildende, SchülerInnen, Eltern und viele mehr dazu aufgerufen, sich einzusetzen für:

  • einen freien Bildungszugang für alle Menschen
  • gleiche Bildungschancen
  • ein selbstbestimmtes Lernen
  • die Abschaffung von Studiengebühren und Bildungsgebühren aller Art
  • Lehrmittelfreiheit
  • mehr Mitbestimmung und echte Demokratie
  • und gegen die Einflussnahme der Wirtschaft in Bildungseinrichtungen

Sei auch DU mit dabei und zeige, dass an der Bildung nicht weiter gespart werden kann und dass ein echtes Demokratieverständnis für eine funktionierende Gesellschaft unabdingbar ist.

Start 15 Uhr am Wittelsbacherplatz, über die Zeppelinstraße, Sieboldstraße zur Neue Uni (16 Uhr), Sanderring, Münzstraße, Neubaustraße, Augustinerstraße, Domstraße, zur Abschlusskundgebung um 17 Uhr am Unterern Markt.

LASST UNS VIEL KÖNNEN!!!

„employability“ zu Gunsten der Studierenden?

June 7th, 2010 von Sabine

Die Bologna-Staaten wollen in Zukunft auch die Beschäftigungsfähigkeit “also employability” der Absolventen stärker in den Fokus rücken. “Wenn wir 40 Prozent eines Altersjahrgangs an die Hochschule bringen, müssen die Hochschulen auch auf den Arbeitsmarkt vorbereiten”, sagte Schavan.

Schön, dass den Studierenden eine Absage erteilt wird, selbstbestimmt zu studieren und sich mit tierfergehenden Themen zu beschäftigen und wissenschaftlich zu arbeiten – dies scheint im neuen Bildungsideal nicht mehr vorzukommen.

Aber wer denkt schon an das Bildungsideal, wenn die Bundesvereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) über die Verkürzung der Studienzeiten jubelt – immerhin heißt das, einen entsprechend niedrigeren Lohn zu zahlen…

Wenn Du damit nicht einverstanden bist, dann komm am Mittwoch, den 9. Juni um 15 Uhr zur Bundesweiten Demo – auch hier in Würzburg – und teile Dich mit!

Frei nach Dieter Höss: Bildungsabbau

June 6th, 2010 von Sabine

Ach,

Sie bilden sich noch bei uns?

Ach,

Sie bilden sich noch?

Ach,

Sie bilden sich?

Ach,

Sie?

Ach.

Mittwoch (9.6.) große BildungsstreikDEMO. 15 Uhr Wittel, 16 Uhr Neue Uni, 17 Abschlusskundgebung am Unteren Markt. SEI mit DABEI!

Leg doch mal ne Nachtschicht ein!

June 4th, 2010 von Sabine

Ein Hoch auf die Universitätsleitung der Ruhr-Universität Bochum. Mit ihrem Konzept „rub@night“, welches an die Tradition der nordrheinwestfälischen Kohleminen anknüpft, wollen sie den Doppelabiturjahrgang auffangen.

Die Studierenden in Bochum haben die Möglichkeit sich als NachtstudentInnen einschreiben zu lassen und damit 50% Rabatt auf die Studiengebühren zu erhalten. Die NachtstudentInnen können von acht Uhr abends bis sechs Uhr in der früh Vorlesungen, Seminare und Tutorien besuchen. „Was früher nur für Bergleute und Industriezweige galt, ist inzwischen an der Tagesordnung: die ständige Verfügbarkeit für den Arbeitgeber. So ist der Schritt zu einem vollzeitlichen Uni-Zweischichtbetrieb eine nur konsequente Fortentwicklung“, so die Unileitung.

Die Meldung der Universität ist „nur“ ein Aprilscherz des Direktors gewesen, aber vielleicht ist dies auch eine Idee, die umgesetzt werden kann, mit den Doppeljahrgängen gerecht umzugehen. Die Zukunft wird es zeigen.

Wenn auch Du für eine Verbesserung der Studienbedingungen bist, dann komm am Mittwoch, den 9. Juni um 15 Uhr zur Bundesweiten Demo – auch hier in Würzburg – und teile Dich mit!

Besetzungen

June 3rd, 2010 von Sabine

Rektorat der Universität Klagenfurt von Studenten besetzt. “Wir sind aufgrund der nach wie vor desolaten Zustände gezwungen, weitere Maßnahmen zu ergreifen”, sagte Studierendenvertreter Robert Weiß.

Wiederbesetzung und Räumung des Hörsaals E01/E02 im Anschluss an die gestrige Vollversammlung, um die Bereitstellung angemessener Lern-/Arbeits- und Gemeinschaftsräumlichkeiten für Studierende der Universität Osnabrück nachdrücklich zu fordern. Da die Universitätsleitung zwar Sympathien mit den Inhalten hat, aber eine weitere Besetzung nicht dulden kann oder will, wurde der Hörsaal um 20:20 Uhr polizeilich wieder geräumt.

Anmerkung der Autorin: Dies ist nur eine Information und keine versteckte Ankündigung, dass eine Wiederbesetzung nach der Demo am 9. Juni ansteht.

Frau Schavan verbessert unsere Lehre

June 1st, 2010 von Sabine

DANKE Frau Schavan, zwei Milliarden Euro will das Bundesbildungsministerium binnen der nächsten zehn Jahre in die Verbesserung der Lehre an deutschen Universitäten investieren.
Zwei Milliarden – was für eine Summe?!

ABER: auf zehn Jahre gesehen bedeutet dies 200 Millionen pro Jahr. Rechnet man dies auf die 2 119 500 in 410 Hochschulen Studierenden um, so ergibt dies sage und schreibe 47,18 EUR pro Kopf im Semester (WS 2009/10).
Es darf aber nicht vergessen werden, dass die Zahl der Studierenden weiter ansteigt, auch in Hinblick auf den doppelten Abiturjahrgang. Für eine Verbesserung der Lehre, so der Wissenschaftsrat, wäre dann mindestens das Zehnfache notwendig.

Also BITTE Frau Schavan – lassen Sie sich nicht zu sehr feiern, sondern greifen Sie noch tiefer in die  Tasche!

Wenn Du diese „BITTE“ unterstützen möchtest, dann komm am 09. Juni zur Bundesweiten Demo – auch in Würzburg – und tu Deinen Unmut kund!

Mitarbeit im Zentrum für innovatives Lehren und Studieren (ZILS)

May 31st, 2010 von Sebastian

Das “Zentrum für innovatives Lehren und Studieren” soll die Einführung gut studierbarer Bachelor- und Masterstudiengänge begleiten sowie ein universitätsweites System zur Qualitätskontrolle und Umsetzung von Verbesserungen schaffen – unter Einbeziehung von systematischen Evaluationen durch Studierende und Lehrende (so Universitätspräsident Alfred Forchel beim diesjährigen Stiftungsfest).

Wir freuen uns, dass dieses Gremium für alle interessierten Studierenden offen steht und werden selbstverständlich diese Möglichkeit nutzen die Universitätsleitung und anderen Mitglieder des ZILS bei der konkreten Gestaltung unserer Bildungseinrichtung zu unterstützen und unsere eigenen Ideen einzubringen.

Zu unseren Forderungen zählt unter anderem die Erhöhung der Transparenz, deswegen laden wir jeden Studierenden dazu ein, ebenfalls an den Sitzungen teilzunehmen.

Die kommenden Termine:

02. Juni 2010, 09.00 Uhr
16. Juni 2010, 15.00 Uhr
23. Juni 2010, 9.00 Uhr
30. Juni 2010, 15.00 Uhr

08. Juli 2010, 9.00 Uhr
14. Juli 2010, 9.00 Uhr
20. Juli 2010, 14.00 Uhr bis 17.00 Uhr

Sitzungsort ist der Senatssaal (Neue Universität, Sanderring 2, Raum 210)