Im Plenum wurde beschlossen, dass wir mindestens bis Sonntag bleiben.
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on Friday, November 13th, 2009 at 17:26 and is filed under Aktionen, Sonstiges, Stellungnahmen.
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59 Responses to “Wir bleiben mindestens bis Sonntag”
@a.a., die Frage kann ich Dir beantworten; “wieso die straba besetzen? was haben die menschen damit zu tun die darin fahren, ob zu arbeit oder sonst wohin? ”
Weil es uns eben ALLE angeht! Und dass das vielen anscheinend nicht bewusst ist hast Du mit dieser Frage selber zum Ausdruck gebracht. Anscheinend reicht es leider nicht, mit tausenden Kommilitonen gemeinsam auf die Straße zu gehen und zu demonstrieren um auf gravierende Missstände hinzuweisen!
Man kann auch niemanden vorwerfen man hätte es nicht mehrfach versucht!
Darüber kannst Du nun gerne mit mir diskutieren. Aber nicht von der Hand zu weisen ist auch dass die Besetzung nun Aufmerksamkeit erzeugt hat. Also falls Du den Anliegen an sich recht gibst, aber mit der Sache der Audimaxbesetzung nicht zufrieden bist, dann geselle dich zu Demonstranten. Damit verschaffst Du der Sache mehr Gehör und demenstprechend eher gibt es darin auch wieder Vorlesungen. Ich weiss; wir leben in einer verückten Welt…
“Die einzigen die mal wieder demonstrieren sind diejenigen die wohl sonst nichts zu tun haben.”
“Aber damit man später mal, wenn man von Taxidienst zurückkommt, seinen ebenso hoffnungslos verlorenen Kindern beim dritten Bier mal erzählen kann wie man kopflos demonstriert hat, besetzt ihr jetzt den Audimax.”
“Auf der anderen Seite stehen die Studenten, die etwas leisten wollen und ja das sind immer die Wiwis und Juristen und all diejenigen die dort dramatisch unterrepräsentiert sind. Die jammern halt nicht, sondern packen ihr Studium halt an. Die fordern keine Wunschzettel. Wir investieren auch in unser Studium, notfalls mit einen Studienkredit. Unser Studium ist uns ja was wert.”
“Das sind keine Larifari-Studiengänge. ”
(Anmerkung :
Unfassbar, dass ich das tatsächlich hier lesen muss. Ich studiere Sonderpädagogik mit spez. auf geistig Behinderten Arbeit.
Tu mir bitte den gefallen, und sag einem Sozialarbeiter, dass es sich dabei um einen “Larifari Studiengang handelt. Oder noch besser, komm ins Audimax, und frag nach dem Menschen mit dem Smiley als Nickname.
Das will ich nämlich gerne nochmal von Angesicht zu Angesicht aus Deinem Mund hören.”)
“Ich kann mir zwar denken, dass es sicher auch viele am Wittelsberger Platz gibt die studieren wollen.”
(Anmerkung : Wahnsinn was Du Dir so alles vorstellen kannst… verlauste Langhaarige die tatsächlich studieren wollen. HAMMER)
———————————————————————————
Bei den zwei kommentierten Punkten konnte ich mir einen Kommentar leider nicht verkneifen. Aber ich denke, dass diese “Abhandlung” von Wiwi doch schon sehr viel über das Niveau verrät, mit dem man es hier leider viel zu oft zu tun hat.
Ich sag nur “Taxifahrer”.
PS: @ Wiwi: sagen Dir die “septem artes liberales” was?
Such da mal nach Wirtschaftswissenschaften.
Aber cool das einzelne Menschen auf einmal das Recht haben, über den Mehrwert von anderen Studiengängen zu entscheiden.
Sorry, aber an den meisten Kommentaren der Wiwis und Juristen, die unbedingt ihre Vorlesung hören wollen, merkt man doch, wie verschult das Bachelor-Master-System doch ist.
Einer der wichtigsten Teile des Studiums ist das Erlernen selbstständigen Arbeitens – mit oder ohne Vorlesung.
Sorry liebe WiWis aber es geht nicht nur immer um euch. Wenn eure Profs soviel auf euch und eure Vorlesung wertlegen würden, würden diese in den anderen Hörsälen stattfinden. Tun sie aber nicht. Warum? Weil einfach “blau machen” mit der Begründung: “Ja ich halte meine Vorlesung nur im Audimax” lässiger ist, als euch den Stoff vorzukauen.
___
stimmt so nicht. weil die wiwis zahlenmässig so viele sind, kann man auf keine anderen hörsäle zurück greifen.
jetzt hört doch mal auf die wiwis anzugreifen, weil sie studieren möchten.
was die besatzer machen ist total scheinheillig. diese teilzeitbesatzer gehen nebenbei nämlich noch brav spießbürgerlicher zu ihren vorlesungen. die wiwis sollen dann aber für eine größere sache stillhalten und die zeche zahlen. dieses vorgehen und argumentatieren ist das genaue gegenteil von solidarität. entweder bleiben die besetzer rund um die uhr im hörsaal oder aber sie ziehen ab, und hinter fragen sich selbst mal.
Also falls Du den Anliegen an sich recht gibst, aber mit der Sache der Audimaxbesetzung nicht zufrieden bist, dann geselle dich zu Demonstranten. Damit verschaffst Du der Sache mehr Gehör und demenstprechend eher gibt es darin auch wieder Vorlesungen. Ich weiss; wir leben in einer verückten Welt…
__
ALS ob die besetzung der hörsäle der fakultäten an denen die besatzer beheimatet sind nicht weniger aufmerksamkeit verursacht hätte.
ich bin komplett anderer meinung als du – siehe meine antwort auf @wiwi, allerdings denke ich, dass die ganze diskussion hier nur zu was führt, wenn alle sich klarmachen, worum es geht und da bringen beleidigungen und unterstellungen sowohl in die eine, als auch in die andere richtung rein gar nicht.
was ich allerdings schade finde, ist die tatsache, dass nur von wenigen der gegner erkannt wird, dass es hier um anliegen geht, die ALLE etwas angehen und angehen sollte. den/uns besatzern wird zu unrecht vorgeworfen, dass wir keine argumente liefern würden. ich habe @wiwi die fragen nicht gestellt weil ich ihn hier vorführen wollte, ich wollte ihm die möglichkeit geben, die sache einmal aus einem anderen blickwinkel zu sehen, denn ist offensichtlich, dass für die differenzen unter den studenten verschiedene weltbilder und menschenbilder verantwortlich sind.
ich kann es mir beispielsweise überhaupt nicht vorstellen, mich zur “marionette” eine “kranken” und nicht funktionierenden systems zu machen. ich weiss, dass es generalisierend klingt, aber ich komme nicht darum herum den gegnern diesen vorwurf zu machen. ich habe den eindruck, dass leider nur noch wenige studierende während des studiums die chance haben über den tellerrand hinaus zu gucken. und dies wird durch neuerungen (bachelor-master) und studiengebühren noch verschärft – gerade in diesem zusammenhang halte ich die hier oftmals geäußerte kritik für überzogen, denn ich glaube auch jeder von uns sieht ein, dass leistung, egal ob es die des bauarbeiters, des bwlers, der lehrers,… oder wie man dieses wort überhaupt definiert, erbracht werden muss und wichtig ist, um eine solidarische, soziale gesellschaft zu erhalten – jeder sollte seinen beitrag leisten, nur bringt es hier gar nicht darüber zu philosophieren, was jetzt ein beitrag ist und was keiner.
ganz platt gesagt, ist für mich die zentrale frage:
bin ich weiterhin damit einverstanden mich von der politik verarschen zu lassen oder nicht? bin ich bereit für meine rechte zu kämpfen oder nicht?
wir leben in einem land, in dem humanistische werte hochgehalten werden – nur frage ich mich, wie diese mit den aktuellen bildungspolitischen entscheidungen (auch andere, z.b. lockerung des kündigungsschutzes, vorratsdatenspeicherung,…) zu vereinbaren sind.
das hauptargument der gegner könnte man, wenn man zugegebenermaßen etwas frech wäre so darstellen:
“kriegt euch ein, das leben ist kein ponyhof – seht die “realität” und passt euch dieser an” – für mich schlicht und einfach ein obrigkeitshöriges denken.
genau wenn ich aber diese realität betrachte (siehe frage an @wiwi: “glaubts du an eine objetive wahrheit?”), bin ich mir zum einem im klaren, darüber, dass jeder seine eigene realität, also auch seine eigene wahrheit hat (v. glaserfeld: “objektivität ist die wahnvorstellung des menschen wahrnehmen zu können, ohne selbst daran beteiligt zu sein”), zum anderen sehe ich aber auch die große gefahr, das wir etwas verlieren, was wir vielleicht niemals hatten, nämlich soziale gerechtigkeit.
gerade in diesem zusammenhang wird hier oft der vorwurf geäußert, dass geisteswissenschaftler faule säcke seien, aber scheinbar sind wir die einzigen, die bedingt durch ihre studiengänge, noch die zeit oder den “zwang” haben, sich mit solchen fragen auseinanderzusetzen. mir scheint, dass es in vielen anderen studiengängen wohl normal ist sich in ein system zu fügen, ohne überhaupt über die qualität dieses systems nachzudenken – nach dem motto: “wenn prof. xy etwas sagt, dann ist es auch so und wenn jemand ohne vorweisbare “lorbeeren” etwas beiträgt ist es unbedeutend (daher ebenfalls meine frage an @wiwi, ob er an eine objektive wahrheit glaubt.).
daher empfinde ich wirklich als beleidigend, mich hier als faul bezeichnen zu lassen – denn nein, ich bin nicht faul, aber ich interessiere mich auch noch für andere dinge, die nichts direkt mit dem studium zu tun haben und ich das sollte das recht eines jeden menschen sein. jeder sollte zeit für seine kinder, seine(n) frau/freundin/mann/freund, seine freunde, hobbys,…haben.
aber genau das verhindert eine solche politik, denn wer für 3,50€ in der stunde arbeitet, muss soviel arbeiten, dass er überhaupt keine zeit für anderes haben kann. genauso verhindert dies, um es konkret zu machen, ein bachelor-master system, denn hier findet statt bildung ausbildung statt. verschärft wird dies zusätzlich durch studiengebühren, denn durch sie sind viele studenten sowieso schon gezwungen ihr studium so schnell wie möglich und ohne über den tellerrand zu schauen, abzuschließen.
versteht mich nicht falsch – jeder sollte für das hoffentlich bald kostenlose privileg studieren zu können – leistung zu erbringen, aber leistung ist für mich nicht das, was in unmittelbar messbaren (z.b. geld, noten) im zusammenhang steht, sondern auch für andere da zu sein, ehrenamtlich im verein zu arbeiten, nachzudenken, etwas zu lesen, was nicht im zusammenhang mit dem studiengang steht…
[...] ihre Vorlesungen besuchen wollen – schließlich haben sie dafür bezahlt. So lange das nur in wüsten Beschimpfungen in den Kommentaren des Besetzer-Blogs geschieht, könnte das den Besetzern und ihren Sympathisanten [...]
@a.a., die Frage kann ich Dir beantworten; “wieso die straba besetzen? was haben die menschen damit zu tun die darin fahren, ob zu arbeit oder sonst wohin? ”
Weil es uns eben ALLE angeht! Und dass das vielen anscheinend nicht bewusst ist hast Du mit dieser Frage selber zum Ausdruck gebracht. Anscheinend reicht es leider nicht, mit tausenden Kommilitonen gemeinsam auf die Straße zu gehen und zu demonstrieren um auf gravierende Missstände hinzuweisen!
Man kann auch niemanden vorwerfen man hätte es nicht mehrfach versucht!
Darüber kannst Du nun gerne mit mir diskutieren. Aber nicht von der Hand zu weisen ist auch dass die Besetzung nun Aufmerksamkeit erzeugt hat. Also falls Du den Anliegen an sich recht gibst, aber mit der Sache der Audimaxbesetzung nicht zufrieden bist, dann geselle dich zu Demonstranten. Damit verschaffst Du der Sache mehr Gehör und demenstprechend eher gibt es darin auch wieder Vorlesungen. Ich weiss; wir leben in einer verückten Welt…
Zitat Wiwi:
“Die einzigen die mal wieder demonstrieren sind diejenigen die wohl sonst nichts zu tun haben.”
“Aber damit man später mal, wenn man von Taxidienst zurückkommt, seinen ebenso hoffnungslos verlorenen Kindern beim dritten Bier mal erzählen kann wie man kopflos demonstriert hat, besetzt ihr jetzt den Audimax.”
“Auf der anderen Seite stehen die Studenten, die etwas leisten wollen und ja das sind immer die Wiwis und Juristen und all diejenigen die dort dramatisch unterrepräsentiert sind. Die jammern halt nicht, sondern packen ihr Studium halt an. Die fordern keine Wunschzettel. Wir investieren auch in unser Studium, notfalls mit einen Studienkredit. Unser Studium ist uns ja was wert.”
“Das sind keine Larifari-Studiengänge. ”
(Anmerkung
:
Unfassbar, dass ich das tatsächlich hier lesen muss. Ich studiere Sonderpädagogik mit spez. auf geistig Behinderten Arbeit.
Tu mir bitte den gefallen, und sag einem Sozialarbeiter, dass es sich dabei um einen “Larifari Studiengang handelt. Oder noch besser, komm ins Audimax, und frag nach dem Menschen mit dem Smiley als Nickname.
Das will ich nämlich gerne nochmal von Angesicht zu Angesicht aus Deinem Mund hören.”)
“Ich kann mir zwar denken, dass es sicher auch viele am Wittelsberger Platz gibt die studieren wollen.”
(Anmerkung
: Wahnsinn was Du Dir so alles vorstellen kannst… verlauste Langhaarige die tatsächlich studieren wollen. HAMMER)
———————————————————————————
Bei den zwei kommentierten Punkten konnte ich mir einen Kommentar leider nicht verkneifen. Aber ich denke, dass diese “Abhandlung” von Wiwi doch schon sehr viel über das Niveau verrät, mit dem man es hier leider viel zu oft zu tun hat.
Ich sag nur “Taxifahrer”.
PS: @ Wiwi: sagen Dir die “septem artes liberales” was?
Such da mal nach Wirtschaftswissenschaften.
Aber cool das einzelne Menschen auf einmal das Recht haben, über den Mehrwert von anderen Studiengängen zu entscheiden.
MfG:
aKa Andi.
Sorry, aber an den meisten Kommentaren der Wiwis und Juristen, die unbedingt ihre Vorlesung hören wollen, merkt man doch, wie verschult das Bachelor-Master-System doch ist.
Einer der wichtigsten Teile des Studiums ist das Erlernen selbstständigen Arbeitens – mit oder ohne Vorlesung.
Sorry liebe WiWis aber es geht nicht nur immer um euch. Wenn eure Profs soviel auf euch und eure Vorlesung wertlegen würden, würden diese in den anderen Hörsälen stattfinden. Tun sie aber nicht. Warum? Weil einfach “blau machen” mit der Begründung: “Ja ich halte meine Vorlesung nur im Audimax” lässiger ist, als euch den Stoff vorzukauen.
___
stimmt so nicht. weil die wiwis zahlenmässig so viele sind, kann man auf keine anderen hörsäle zurück greifen.
jetzt hört doch mal auf die wiwis anzugreifen, weil sie studieren möchten.
was die besatzer machen ist total scheinheillig. diese teilzeitbesatzer gehen nebenbei nämlich noch brav spießbürgerlicher zu ihren vorlesungen. die wiwis sollen dann aber für eine größere sache stillhalten und die zeche zahlen. dieses vorgehen und argumentatieren ist das genaue gegenteil von solidarität. entweder bleiben die besetzer rund um die uhr im hörsaal oder aber sie ziehen ab, und hinter fragen sich selbst mal.
Also falls Du den Anliegen an sich recht gibst, aber mit der Sache der Audimaxbesetzung nicht zufrieden bist, dann geselle dich zu Demonstranten. Damit verschaffst Du der Sache mehr Gehör und demenstprechend eher gibt es darin auch wieder Vorlesungen. Ich weiss; wir leben in einer verückten Welt…
__
ALS ob die besetzung der hörsäle der fakultäten an denen die besatzer beheimatet sind nicht weniger aufmerksamkeit verursacht hätte.
die besetzung des audimax ist ein politisches statement, so wie in den vielen anderen besetzten uni deutschland bzw europaweit!
@ chris: danke, dass du einer der wenigen bist, der zu einem “wiwi-ersti” sagt, dass sie ahnung hat =)
@ a.a.
ich bin komplett anderer meinung als du – siehe meine antwort auf @wiwi, allerdings denke ich, dass die ganze diskussion hier nur zu was führt, wenn alle sich klarmachen, worum es geht und da bringen beleidigungen und unterstellungen sowohl in die eine, als auch in die andere richtung rein gar nicht.
was ich allerdings schade finde, ist die tatsache, dass nur von wenigen der gegner erkannt wird, dass es hier um anliegen geht, die ALLE etwas angehen und angehen sollte. den/uns besatzern wird zu unrecht vorgeworfen, dass wir keine argumente liefern würden. ich habe @wiwi die fragen nicht gestellt weil ich ihn hier vorführen wollte, ich wollte ihm die möglichkeit geben, die sache einmal aus einem anderen blickwinkel zu sehen, denn ist offensichtlich, dass für die differenzen unter den studenten verschiedene weltbilder und menschenbilder verantwortlich sind.
ich kann es mir beispielsweise überhaupt nicht vorstellen, mich zur “marionette” eine “kranken” und nicht funktionierenden systems zu machen. ich weiss, dass es generalisierend klingt, aber ich komme nicht darum herum den gegnern diesen vorwurf zu machen. ich habe den eindruck, dass leider nur noch wenige studierende während des studiums die chance haben über den tellerrand hinaus zu gucken. und dies wird durch neuerungen (bachelor-master) und studiengebühren noch verschärft – gerade in diesem zusammenhang halte ich die hier oftmals geäußerte kritik für überzogen, denn ich glaube auch jeder von uns sieht ein, dass leistung, egal ob es die des bauarbeiters, des bwlers, der lehrers,… oder wie man dieses wort überhaupt definiert, erbracht werden muss und wichtig ist, um eine solidarische, soziale gesellschaft zu erhalten – jeder sollte seinen beitrag leisten, nur bringt es hier gar nicht darüber zu philosophieren, was jetzt ein beitrag ist und was keiner.
ganz platt gesagt, ist für mich die zentrale frage:
bin ich weiterhin damit einverstanden mich von der politik verarschen zu lassen oder nicht? bin ich bereit für meine rechte zu kämpfen oder nicht?
wir leben in einem land, in dem humanistische werte hochgehalten werden – nur frage ich mich, wie diese mit den aktuellen bildungspolitischen entscheidungen (auch andere, z.b. lockerung des kündigungsschutzes, vorratsdatenspeicherung,…) zu vereinbaren sind.
das hauptargument der gegner könnte man, wenn man zugegebenermaßen etwas frech wäre so darstellen:
“kriegt euch ein, das leben ist kein ponyhof – seht die “realität” und passt euch dieser an” – für mich schlicht und einfach ein obrigkeitshöriges denken.
genau wenn ich aber diese realität betrachte (siehe frage an @wiwi: “glaubts du an eine objetive wahrheit?”), bin ich mir zum einem im klaren, darüber, dass jeder seine eigene realität, also auch seine eigene wahrheit hat (v. glaserfeld: “objektivität ist die wahnvorstellung des menschen wahrnehmen zu können, ohne selbst daran beteiligt zu sein”), zum anderen sehe ich aber auch die große gefahr, das wir etwas verlieren, was wir vielleicht niemals hatten, nämlich soziale gerechtigkeit.
gerade in diesem zusammenhang wird hier oft der vorwurf geäußert, dass geisteswissenschaftler faule säcke seien, aber scheinbar sind wir die einzigen, die bedingt durch ihre studiengänge, noch die zeit oder den “zwang” haben, sich mit solchen fragen auseinanderzusetzen. mir scheint, dass es in vielen anderen studiengängen wohl normal ist sich in ein system zu fügen, ohne überhaupt über die qualität dieses systems nachzudenken – nach dem motto: “wenn prof. xy etwas sagt, dann ist es auch so und wenn jemand ohne vorweisbare “lorbeeren” etwas beiträgt ist es unbedeutend (daher ebenfalls meine frage an @wiwi, ob er an eine objektive wahrheit glaubt.).
daher empfinde ich wirklich als beleidigend, mich hier als faul bezeichnen zu lassen – denn nein, ich bin nicht faul, aber ich interessiere mich auch noch für andere dinge, die nichts direkt mit dem studium zu tun haben und ich das sollte das recht eines jeden menschen sein. jeder sollte zeit für seine kinder, seine(n) frau/freundin/mann/freund, seine freunde, hobbys,…haben.
aber genau das verhindert eine solche politik, denn wer für 3,50€ in der stunde arbeitet, muss soviel arbeiten, dass er überhaupt keine zeit für anderes haben kann. genauso verhindert dies, um es konkret zu machen, ein bachelor-master system, denn hier findet statt bildung ausbildung statt. verschärft wird dies zusätzlich durch studiengebühren, denn durch sie sind viele studenten sowieso schon gezwungen ihr studium so schnell wie möglich und ohne über den tellerrand zu schauen, abzuschließen.
versteht mich nicht falsch – jeder sollte für das hoffentlich bald kostenlose privileg studieren zu können – leistung zu erbringen, aber leistung ist für mich nicht das, was in unmittelbar messbaren (z.b. geld, noten) im zusammenhang steht, sondern auch für andere da zu sein, ehrenamtlich im verein zu arbeiten, nachzudenken, etwas zu lesen, was nicht im zusammenhang mit dem studiengang steht…
[...] ihre Vorlesungen besuchen wollen – schließlich haben sie dafür bezahlt. So lange das nur in wüsten Beschimpfungen in den Kommentaren des Besetzer-Blogs geschieht, könnte das den Besetzern und ihren Sympathisanten [...]