Freiräume entdecken und nutzen

Starre Stundenpläne, übermäßiger Notendruck und  fehlende Freiräume sind nur wenige Schlagwörter, die die einschneidenden  Auswirkungen der Bolognareform auf die Studienbedingungen beschreiben.

Um diesen Missständen entgegenzuwirken, wurde bereits im vergangenen Jahr unter der Leitung des Hochschulpräsidenten Prof. Dr. Forchel die allgemeine Prüfungs- und Studienordnung (ASPO) mit dem Ziel überarbeitet, mehr Freiheiten für individuelles und selbstbestimmtes Lernen zu schaffen. Am Freitag, den 19.02.2010, treffen sich um 14.00 Uhr alle Interessierten, um zu überprüfen, welche Möglichkeiten und Spielräume die neue ASPO liefert.  Es gilt, die zementierten Regularien und Grenzen aktuell konzipierter Bachelor-/Master-Studiengänge als haltlos aufzuzeigen und damit das Studium im Rahmen der neuen ASPO flexibler und freier zu gestalten.

Bitte meldet euch über kontakt@wuerzburg-brennt.de mit dem Betreff „ASPO Treffen“ an.

Zeitpunkt: Freitag, 19.02.2010, 14 Uhr

31 Responses to “Freiräume entdecken und nutzen”

  1. P.O.O. says:

    Bitte hört endlich auf, euch dem linken Jargon zu bedienen. Ihr hab nix mit Emanzipation von Zwängen zu tun. Ihr seid nur deren guter Verwalter… Und erzählt nichts von Gesellschaft verändern. Eurem Handeln nach, habt ihr sie nicht verstanden.

  2. P.O.O. says:

    Ich muss darauf hinweisen, dass der obere Beitrag nicht von mir ist, auch wenn er den gleichen Namen trägt (was auch immer die Intention dahinter sein mag). Aber das ist eigentlich schon anhand der verkrampft hochgestochenen Ausdrucksweise, der Orthophiefehler, der falschen Verwendung der Kasus und der fehlerhaften Interpunktion zu erkennen. Vom Inhaltlichen (so man es so nennen kann) ganz zu schweigen. Aber es ist mal wieder amüsant, wie ach so belesene Herrschaften versuchen, mit den Floskeln ihrer Idole herumzujonglieren.

  3. anke says:

    Ich schätze mal, es reicht ein ganzes Leben nicht, um sowas Komplexes zu begreifen. Jede neue Erkenntnis zieht einen Rattenschwanz ungeklärter Fragen nach sich. Manchmal erschöpft mich das einfach nur, bevor die Neugierde wieder treibt. Oder der Leidensdruck; der noch viel mehr.
    Strenge hilft aber nicht, vergrößert im Gegenteil den Trotz. Güte und Konsequenz sind hilfreiche Größen, bloß offenbar erwirbt man die erst im Alter ;-)

  4. anke says:

    Hat mich schon gewundert!

  5. jan says:

    anke, hast du eigentlich ein blog? wenn nicht, mach mal eins auf! würde gern mehr lesen was du so für gedanken zu verschiedenen themen (jesus, marx etc.) hast!

  6. P.O.O. says:

    aus der aktuellen Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung:

    “Demnach lebte 2008 rund ein Viertel der 19- bis 25-Jährigen unterhalb der Armutsgrenze. Insgesamt stieg die Zahl der Armen in Deutschland in den letzten zehn Jahren auf 11,5 Millionen. Das sind 14 Prozent der Bevölkerung und rund ein Drittel mehr als noch vor zehn Jahren.” (Die Studie bezog sich auf die Zeit vor der Wirtschaftskrise!)

    Soviel dazu.

  7. anke says:

    @jan
    Nein, habe ich nicht. Dann würde ich auch lieber Essays oder gar ein Buch veröffentlichen ;-) Welcher Jan bist du?

  8. jan says:

    @anke
    Jener Jan, der in so kalten Monaten vorkommt wie JANuar, der in klassischer Musik durchscheint wie bei Herbert von KaraJAN, der in so putzigen Kinderbüchern erscheint, wie in denen von JANosch… :D

  9. Zuviel... says:

    “aus der aktuellen Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung:

    “Demnach lebte 2008 rund ein Viertel der 19- bis 25-Jährigen unterhalb der Armutsgrenze. Insgesamt stieg die Zahl der Armen in Deutschland in den letzten zehn Jahren auf 11,5 Millionen. Das sind 14 Prozent der Bevölkerung und rund ein Drittel mehr als noch vor zehn Jahren.” (Die Studie bezog sich auf die Zeit vor der Wirtschaftskrise!)

    Soviel dazu.”

    Dann gleich mal den Staat anrufen, der ja ihr alle seid, und nach Gerechtigkeit rufen. Nur zu blöd, dass ihr nicht der Staat seid. Sondern zukünftige abhängige Lohnarbeiter. Und jetzt bitte den Vorwurf machen, man bediene sich intellektuellen Vokabular: “abhängiger Lohnarbeiter”

  10. Beobachter says:

    Ich persönlich bin bei der Beurteilung dieser Zahlen vorsichtig. Wenn man sich die Bemessensgrundlage für “Armut” vor Augen führt (die Hälfte des Nettoäquivalenzeinkommens, zur Zeit in etwa 800€), dann sind 80-90% der Studenten als “arm” anzusehen.

    Und ihr könnt mir gerne wiedersprechen, aber von 600€ kann man sehr gut leben…

  11. anke says:

    @Beobachter
    Schön, wenn du das kannst. Nicht-Studenten müssen eine ortsübliche Kaltmiete zahlen, haben kein Semesterticket, bekommen nirgendwo Ermäßigung und verfügen im Zweifelsfall nicht über die Chance, in den Ferien an einen gefüllten Fressnapf heimzukehren etc.
    Man findet in diesen armen Kreisen gelegentlich ein Phänomen, das ich mal vorsichtig eine gewisse Inkompetenz in lebenspraktischen Fragen nennen möchte. Armut hat ja auch immer verschiedene Ursachen, hierin kann man eine sehen, die gleichzeitig noch zur Wirkung gerät. Und erzähl mir jetzt bitte nicht, dass du ja auch gelernt hast, zu…
    Es gibt Leute, die einfach Sachen nie gezeigt bekommen haben – und wenn es so eine Banalität ist wie morgens regelmäßig aufstehen. Sogar das will gelernt sein.
    Dann leb mal von 600 € plus Kindergeld mit Kindern. Das hat eine komplett andere Qualität als ein unabhängiges Studentendasein. Für mich alleine kann ich entscheiden, dass es diesen Monat halt mal trocken Brot gibt, für meine Kinder nicht!
    Mir persönlich stellt sich außerdem die Frage, ob es angebracht ist, wenn in einem der reichsten Länder dieser Erde Menschen nicht mal das Geld übrig haben, das ihnen Lebensgenuss ermöglicht. Da tauchen Bilder aus Büchern von Charles Dickens in mir auf!
    Ich möchte neben diese 600 € noch eine andere Zahl setzen. Die Tage war in der Zeitung zu lesen, dass Kinder durchschnittlich 1000 € im Jahr zur Verfügung haben. Gut anderthalb Monatsgehälter, um sie auf den Kopf zu hauen. Das ist der Durchschnitt. Die “Hartzies” haben nichts. Was haben dann die anderen wirklich?
    Noch etwas möchte ich zu deinem guten Leben anmerken. Musst du von den 600 € Möbel kaufen? Elektrogeräte ersetzen? Ein Auto, das du zur Arbeit benötigst, finanzieren? Oder kannst du auf solche Dinge verzichten, weil gerade keine Wiege angeschafft werden muss? Oder da die Eltern doch einspringen?
    Ich glaube dir also gern, dass du von dem Geld sehr gut leben kannst, aber ich bitte dich, anderen Menschen ihre eigenen Probleme zuzugestehen. Wir sind doch alle verschieden!

    @Jan
    Wie streckt man im Blog die Zunge raus? Wo ich doch so neugierig bin! Das ist JANz jemein!

  12. gogo says:

    Zensur!

  13. anke says:

    Im Theater Ensemble in WÜ läuft diesen Monat “Die Weiße Rose”. Passt irgendwie gut rein, die Inszenierung macht viel Spaß! Das Thema allerdings verdammt viel Gänsehaut…

  14. @anke says:

    Wie meinst du das, das Thema passt gut rein?

    Außerdem versteh ich nicht, wie man Kommentare zu einem solchen Thema schreiben kann, die eher zu einem guten Horrorfilm passen: “verdammt viel Gänsehaut”

    Aber ehrlich, gelegentlich schau ich mir auch Filme über Auschwitz an und da krieg ich auch richtig Gänsehaut; ist nur nicht ganz so gut wie Scream 3. Man Man Man…

  15. anke says:

    Wie ich das meine? Na, die haben doch auch erkannt, dass die Regierung “etwas” falsch macht und begonnen, sich zu wehren bzw. Leuten die Augen zu öffnen. Da sitzen sympathische Studenten beisammen, diskutieren über Politik, sind sich nicht unbedingt einig, haben gute Gedanken…
    Und ich saß im Zuschauerraum mit einem Knoten im Magen, weil es mir so vertraut vorkam. Das ist bei Gott ein anderer Horror als “there’s always a scene where a monster comes out of a cave” (Zappa)! Plötzlich erhält ein demokratischer Rechtsstaat eine andere Dimension, allerdings auch die Leute, die die Entwicklung nicht mitvollzogen haben.
    Es drängt sich von selbst die Frage auf, was wäre gewesen, ich hätte damals gelebt? An der LMU studiert…

  16. Falk says:

    Jetzt nochmal offiziell:

    Wirtschaft schießt sich mit Bologna-Reform selbst ins Bein –

    http://www.heise.de/newsticker/meldung/Studiengaenge-Hohe-Abbrecherquote-in-MINT-Faechern-933708.html

    Zitat Nelson:”HA HA!”

  17. Falk says:

    @anke:

    Jetzt muss ich aber auch mal Protest einlegen.
    Die Scholls waren jung und haben in Bayern studiert.
    Da hört es aber auch schon auf mit den Gemeinsamkeiten!
    Wir lassen unsere Flyer ohne staatliche Repressionen im
    Copy Shop unseres Vertrauens (Rolan) drucken und
    verteilen sie an angemeldeten Infoständen in der Fußgängerzone.
    Das ist nunmal ein Unterschied zwischen einem Rechtsstaat und
    einem Unrechtsstaat! Und für alle die es immernoch nicht einsehen
    wollen: JA!!!Wir leben in einem Rechtsstaat! Es ist nicht alles perfekt,
    ganz klar. Zu wenig Freiheiten und zu viel Gängelei, ich muss ja nicht
    alles aufzählen…Aber wir können prinzipiell alles artikulieren und ja,
    im allerbesten Fall auch verändern, was uns nicht passt. Wir leben ja auch in einer Demokratie. Und ich bin auch froh darum, dass das Grundgesetz, das sicher auch nicht perfekt ist, uns einen Rahmen
    schafft, in dem wir uns in öffentlicher Sicherheit bewegen können.
    Das will ich hier auch mal ganz klar gesagt haben.
    Die Scholls haben im Kampf gegen die Diktatur ihr Leben verloren,
    wir kämpfen für Reformen in einem befriedeten Europa.
    Das ist ein himmelweiter Unterscheid und ein Vergleich verbietet sich,
    kann desweiteren auch nicht in unserem Sinne sein.
    Also die Kirche im Dorf lassen passt ganz gut rein…

    MfG

  18. anke says:

    Eben! Sag ich doch, dass ein demokratischer Rechststaat eine andere Dimension erhält, wenn man das Stück anschaut!
    Aber ich sehe auch Leute, die Demokrat sagen und Untertan meinen. Das merkst du spätestens dann, wenn sie sich aufregen, dass du als Citoyen politisch denkst, fühlst, handelst, eben mitgestaltest.
    Weil du siehst, dass etwas, das dir am Herzen liegt, noch so viele Macken hat. Wenn mir der Staat grad wurscht ist, dann zucke ich auch nur die Schultern, wenn er Mist macht. Aber da er mir wichtig ist (schließlich bin ich Teil davon), will ich ihn möglichst optimal. In diesem Fall speziell Bildung.
    Für mich selber bleibt die Frage, was ich an deren Stelle getan hätte. Zum Glück eine theoretische.
    Übrigens gehörten zur Weißen Rose noch Alexander Schmorell, Prof. Kurt Huber, Christoph Probst und Willi Graf. Diese jedenfalls wurden hingerichtet.

  19. @anke says:

    “Das merkst du spätestens dann, wenn sie sich aufregen, dass du als Citoyen politisch denkst, fühlst, handelst, eben mitgestaltest.”
    Tut mir leid, aber dieser Satz einfach so lächerlich. Ich hoffe, das wenigsten, dass ein einziger von euch gemerkt hat, dass die Menschen diese Welt nicht mitgestalten. Ich kann nicht darüber bestimmen, für was die Ressourcen dieser Welt verwendet werden, dies kann kein Mensch, da das Kapital bestimmt, für was sie verwendet werden, und die oberste Maxime heißt maximale Verwertung und so handeln, dass die kapitalistische Gesellschaftsform aufrecht erhalten wird.Und du schreibst, als citoyen fühlen, denken und handeln. Ja das tust du wirklich, nämlich gefangen in der bürgerlichen Ideologie. Die Rechnung der Schule ist bei dir voll aufgegangen. Der Mensch ist nunmal nur ein Anhängsel des Produktionsprozesse und nicht der Gestalter.
    “Weil du siehst, dass etwas, das dir am Herzen liegt, noch so viele Macken hat. Wenn mir der Staat grad wurscht ist, dann zucke ich auch nur die Schultern, wenn er Mist macht.”
    Oh, meine Fresse, der Staat liegt dir am Herzen. Das ist so rührend, dass ich gleich Weine. Derjenige, der die Voraussetzung für die Trennung des Menschen, von dem was ihm gehört, schafft und durch Selektion, die besten Posten verteilt, sodass die kapitalistische Gesellschaft, die die Menschen und die Umwelt zutiefst beschädigt, fortbesteht kann, der liegt dir am Herzen.
    Und jetzt bitte sag mir, dass ich verblendet bin und auch dem Staat ein Küsschen geben soll.

  20. anke says:

    Falk, ich merke grad, ich muss dir doch widersprechen. Es gibt noch mehr Gemeinsamkeiten:
    - selber denken
    - das eigene Gewissen, nicht zufällig existierende Gesetze als obersten Maßstab hernehmen
    - Mut zum Handeln
    - Gegebenheiten hinterfragen
    - sich selbst kritisch infrage stellen
    Und bestimmt hab ich jetzt was Wichtiges vergessen!

    Und an den anonymen Unbekannten:
    Anonyme Auftritte haben für mich immer ein gewisses Maß an Feigheit! Da kann jemand so gar nicht zu sich selber stehen.
    Warum gibst du dir nicht gleich die Kugel, wenn du so verdammt fremdbestimmt als Marionette am Bändel hängst? So rennst du doch nur im Hamsterrad! Ist ja wie lebendig begraben!
    Offenbar bist du nicht fähig, differenzierter als Schwarz-Weiß zu denken, denn genau umrissene Positionen liegen dir nicht, du siehst eindeutig nur Antipoden. Bitte. Ich werde dich sicher nicht daran hindern! Aber deinetwegen auch meine Position nicht aufgeben!
    Beschimpfe mich als lächerlich, während du bei einem Wein weinst, meine bürgerliche Rechtschreibung betrauernd. Wieso muss sich ein Mensch für seine Geburt diskriminieren lassen? Und weshalb ist Proletariat besser als Bürgertum? Das frage ich mich schon verdammt lange! Kannst du mir einen sinnvollen Grund nennen, weshalb ich mich schämen sollte, dass ich aus bürgerlichem Hause stamme? Und weiße Haut habe? Und Frau bin? Und getauft? …
    Dieses “Lächerlich!”-Geplärre ist das einzig Lächerliche hier im Blog! Taucht immer dort auf, wo den Leuten nichts anderes einfällt, als hohle Phrasen – ob nun über kapitalistische Verwertungsprozesse oder wirtschaftliche Sachzwänge – nachzuplappern. Benutz doch zur Abwechslung mal dein eigenes Hirn, ich bin sicher, da kommt was Gescheiteres bei heraus als das ewig selbe gebetsmühlenartige Geleiere!

    Für Küsschen hätte ich eine andere Assoziation. Anglizismen überall.

  21. Falk says:

    @zuviel:

    Denkfehler:
    “Nur zu blöd, dass ihr nicht der Staat seid. Sondern zukünftige abhängige Lohnarbeiter.”

    Ich halte dagegen: “L`etat, c`est moi!”
    Wir sind der Staat,wer denn sonst?
    Zum regieren gehören immer zwei,nicht vergessen.
    Keine Party ohne uns!!!

  22. anke says:

    Sag mal, Falk, wurde nicht die ganze Zeit das Gegenteil dieses Artikels behauptet? Die Abbrecherquote sei geringer geworden, das war doch das Credo?

    Gestern hab ich in der Zeitung gelesen, wie sehr uns Ameisen überlegen sind! Sie haben keine Hierarchien, weil diese ineffizient sind, sondern Netzwerke von Spezialisten.

  23. anke says:

    Die Ameisen lassen mich nicht los ;-)
    Es bedarf keiner Oberameise, weil jeder genau weiß, wo sein Platz im Leben ist. Ich höre den Aufschrei des gesamten Würzburger Komsomol (anonym, versteht sich). Und den Aufschrei von der anderen Seite, dass es nicht funktioniert, weil dann jeder Aufsichtsrat werden will, da verdient man am meisten.
    Ob das wohl dabei herauskommt, wenn man vom Baum der Erkenntnis isst? Die Erkenntnis, dass ein Mensch aufgrund eines Zertifikats (z.B. Abi) besser ist als ein anderer?
    Dann frage ich mich weiter, was geschähe, wenn die Zellen meines Körpers plötzlich in diesen vermaledeiten Apfel bissen. Dann befänden vielleicht die Zellen meines Auges es für chic, wenn sie (besser bezahlte) Haarzellen wären. Bloggen könnte ich damit knicken! ;-)
    Liegt es also vielleicht nicht so am Kapital, sondern an der Bedeutung, die wir ihm beimessen? Wer zwingt uns eigentlich, so einen Terz um ein paar bunt bedruckte Zettel zu machen? Wer von uns kompromittiert sich eigentlich nicht, um davon möglichst einen dicken Packen zu ergattern?

    Könnten wir also leben wie die Ameisen? Klingt so paradiesisch. Wir müssten unsere gesamten Bewertungen abschaffen – nicht unsere Werte, sondern dieses Denken in oben und unten. Und jeder sollte dann einfach seinen Platz einnehmen, d.h. dort seinen Beitrag leisten, wo er es am besten kann.
    Dazu gehört auch, Gemeinschaft nicht als den Feind zu sehen, sondern als das größere Ganze – analog zu den Zellen und dem Körper. Ich schätze mal, das ist nicht zu schaffen, wenn ich Gemeinschaft mit etwas gleichsetze, das sich auf Kosten der Gemeinschaft durchfrisst, quasi dem Krebsgeschwür, um im Bild zu bleiben. Aber sowas hat ja schon wieder mit Auf- und Abwerten zu tun…

  24. anke says:

    Die besten (160 000?) Studenten sollen künftig ein monatlichens Stipendium von 300 € erhalten, das zur Hälfte vom Staat und zur Hälfte von der Wirtschaft gestiftet wird.
    Spenden, die steuerlich geltend gemacht werden? Wer zahlt dann wirklich? Was ist der wahre Preis (Einfluss?)? Wieso bekommen nicht diejenigen das Geld, die es zum Überleben brauchen? Was ist mit Arbeiten, die ein Ghostwriter (s.o.) verfasst hat, als Grundlage für Bewertungen? Was macht es mit der Solidarität unter Studenten?

  25. Beobachter says:

    Die besten bekommen ein Stipendium, weil sie es sich durch LEISTUNG verdient haben!!!

  26. anke says:

    @Beobachter
    Wieso ist Leistung besser als Sein? Weshalb werten wir menschliches Sein einfach ab, behaupten, dass wir uns erst durch Leistung “vergolden”?
    Auch wenn das Leistungsethos sensu Max Weber ein protestantisches ist, entspricht es nicht dem, wie ich Jesus verstehe! Der hat irgendwie niemals gesagt: “Gehe hin und arbeite dich zu Tode.” Er hat die Menschen so genommen, wie sie SIND. Auch die Philosophie fragt doch nicht nach dem großen Leisten, sondern nach dem SEIN!
    Magst du deine Freundin für ihre Eins in Mathe? Liebst du deine Mutter, weil sie täglich staubwischt oder X € im Monat verdient? Prüfst du die Zeugnisse deiner Kumpels, bevor du mit ihnen in die Kneipe gehst? Machst du also Liebe und Freundschaft von Leistung abhängig? Oder von SEIN?
    Deine Freundin IST auf einer Wellenlänge mit dir etc.
    Warum sollten wir leisten? Um unser Ansehen zu mehren, damit besser als andere Menschen zu sein? Dann versagen wir auch als ganze Person, wenn uns mal eine Klausur missrät!
    Oder sollten wir dann leisten, wenn es für uns und die Gemeinschaft Sinn und Spaß macht? Wenn wir kompetent und freudig geben können, statt uns zu disziplinieren, zu zwingen – und unser wahres Potential dabei gar nicht ausschöpfen.
    Ich habe das Dasein als Powerfrau ausgetestet. Es macht krank, freudlos und einsam. Wenn ich mir alles durch Leistung verdienen muss, gerate ich verdammt schnell an meine Grenzen – egal wie gut ich bin. Für mich ist ein leistungsbasiertes Menschenbild eindeutig eine herabwürdigende Sackgasse!

  27. Cajon-Nico says:

    …dem ist nichts mehr hinzuzufügen, Anke. Agreed 100%.

  28. Beobachter says:

    In diesem Zusammenhang sollte man klar zwischen Beruf und Privatleben differenzieren. Im Job wird man mit schönen Idealen nie etwas erreichen, im privaten schon.
    Und es geht auch nicht “um sich zu Tode arbeiten”, sondern darum etwas für sich -für seine eigene Zukunft- zu erreichen.
    Ja: Ich geh mit meinen Kumpels weg, weil sie über die selben dummen Sprüche lachen.
    Ja: Ich bin mit meiner Freundin zusammen, weil ich mit ihr gut klar komme.
    Aber das hat nichts mit Job und Karriere zu tun.

  29. anke says:

    @Beobachter
    Das klingt gut! Sympathisch ;-)
    Allerdings widerspreche ich dir vehement, was die Trennung Beruf – Privatleben anbelangt. Wenn du im Beruf nämlich auf Prostitution setzt, indem du die A…backen zusammenkneifst und dich durchzwängst, dann wirkt das ungehemmt in dein Privatleben, weil du nicht aus Modulen bestehst, sondern eine Ganzheit bist.
    Wenn du im Job aber ganz (naja überwiegend) dir gemäß lebst, dann bist du ausgeglichen. Das heißt ja nicht, sich auf die faule Haut zu legen, denn für die Dinge, die mir Spaß machen, die mir wichtig sind, hänge ich mich voll rein, aber es stresst mich nicht.
    Das große Problem daran ist, sich selber zu glauben und keine Panik zu schieben, dass das Leben dann den Bach runtergeht. Was garantiert aus dem Ruder läuft, ist der streng leistungsorientierte Ansatz. Der verachtet den Menschen und achtet nur das Ergebnis. Aber wozu kann ein Ergebnis gut sein? Eigentlich doch nur, um dem Menschen zu dienen, aber das wird hier voll auf den Kopf gestellt!
    Ich weiß auch, weshalb ich so hefig widerspreche: Ich krieg’s selber längst nicht immer hin, auch wenn ich überzeugt bin, dass es absolut richtig ist. Zumal ich schon mindestens einen Job hatte, der echt affengeil war, weil ich meinen Idealen und meinen Fähigkeiten gemäß arbeiten konnte. Es geht!

  30. anke says:

    Rah! Es heißt heftig, nicht hefig…