Die freie Bildung ist tot – Aktion am Sonntag

Heute endete die Aktionswoche der Protestierenden der Universität Würzburg, welche am Montag begann, nachdem das für den 15.01.10 an die Hochschule gestellte Ultimatum verstrichen war. Zum Abschluss fielen Studierende an zentralen Plätzen der Stadt „tot“ um und hinterließen die mit Kreide markierten Umrisse ihrer Körper. Gleichzeitig attestierte ein als Arzt verkleideter Protestierender lautstark den Tod der freien Bildung. Mit der Aktion sollte auf die immer weitergehende Aushöhlung der Universität als Bildungsanstalt hingewiesen werden, hin zu einer Abfertigungsfabrik, welche nur noch die nötigsten Kenntnisse vermitteln und die Studierenden möglichst schnell auf den Arbeitsmarkt werfen soll. Gleichzeitig wurde auch der Rückzug des Staates aus der Finanzierung der Bildungseinrichtungen kritisiert, an dessen Stelle nun die Wirtschaft zu rücken droht. Dadurch besteht die Gefahr, dass Fakultäten, wie z.B. die aus den Gesellschafts- und Geisteswissenschaften, an denen diese Geldgeber naturgemäß kein großes Interesse haben, mit der Zeit noch stärker, als dies bereits jetzt schon der Fall ist, unterfinanziert werden. Die Bildung würde in ein Korsett gezwängt, in dem nur Fachrichtungen bestehen können, die einen monetären Nutzen für den jeweiligen Gönner ausmachen. Aus Sicht der Bildungsstreikenden darf es nicht sein, dass die Hochschulen in Zukunft dazu genötigt sind immer stärker die Interessen des freien Marktes bedienen, anstatt die Bedürfnisse der Gesellschaft. Mit einem derartigen Bildungssystem wird man von Deutschland  als „Land der Dichter und Denker“ sicherlich nicht mehr mit Recht sprechen können.

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69 Responses to “Die freie Bildung ist tot – Aktion am Sonntag”

  1. TS says:

    Frau Schmitt,

    Klar könnten wir Protestierende uns exmatrikulieren, um gegen die Universität an sich zu protestieren, aber das würde den Leuten am Arsch vorbeigehen.

    Ich finde Euer verhalten uns gegenüber gefährlich. Hier im Forum uns zutexten und ein schlechtes Gewissen machen anstatt vorbeizukommen um mit uns zu reden. Ich glaube Bewegungen die etwas verändern wollen haben den größten Hemmschuh auf der eigenen Seite – es handelt sich um die Fundamentalkritiker, die zum einen versuchen die “Realos” schlecht zu reden, deren Ideen und Intention sie überhaupt nicht interessiert, weil der Weg ja der falsche sei, zum anderen weil sie die auf unsere Seite zu ziehende Masse vergrätzt indem sie ständig für eine für diese Masse unverständliche Ideologie eintreten.

    Wenn es Dir Freude macht so bescheinige ich Dir hiermit deine Einzigartigkeit, dass Du toll begriffen hast was falsch läuft und das Du Ideale hast und eine der wenigen bist, die 100% dazu steht und die keinen Fußbreit abgeben würde. Ab an die Frrrront!!

  2. Johannes says:

    Wie sollten denn die Studenten ihrer Meinung nach Frau Schmitt protestieren.
    Wie sollte der elitäre Studentenhaufen denn seinen Unmut ausdrücken dürfen…exmatrikulieren und die Uni anzünden kanns ja wohl nicht sein?!
    Oder etwa doch? Dann geht es ihnen wohl darum, dass jeder Immatrikulierte ein systemtreuer Minion ist und daher kein Recht auf Protest besitzt?
    Hmm super Argument, so hab ich das noch gar nicht gesehen…dann bezahl ich heute besser nicht die Studiengebühren, lass mich exmatrikulieren, werd H4ler, zieh in den Denkler und schröpf das System bis schließlich und endlich die Revolution kommt!
    Hmm und dann… nehmen wir mal an die rote Revolution ist erfolgreich. Dann wirds richtig lustig. Wer baut den dann die Computer mit denen ihr eure Systemkritik verbreiten könnt, wenn zum totalen Systemabsturz alle den Unis fernbleiben mussten? Was macht ihr denn dann eigentlich wenns nichts mehr zu kritisieren und zu zerreden gibt? Hoffentlich gibts dann wenigstens noch einen guten Seiler… sorry das gehört nicht hierhin, aber ich finds nur lustig.
    Ähem back to topic… wie darf denn in hype-konformer Form protestiert werden, Frau Schmitt?

  3. Steffen says:

    Was ich nicht versteh ist immer die Sache mit dem Denkler?

  4. Johannes says:

    Ist das nicht das Würzburger HQ der Antifa?

  5. anke says:

    @Evi Schmitt
    Damit die Bildung genau das nicht wird, nämlich popliger Zuarbeiter für Wirtschaft und Militär, wird hier doch protestiert! Da mag ich nur noch knurren: genau lesen hilft!
    Damit, dass man für universitäre Bildung eintritt, lehnt man nicht zur selben Zeit andere Formen von Wissen, Bildung und Kompetenz ab, das ist ein unzulässiger Schluss! Hat was von George W. und seiner “Achse des Bösen”…

    Aus manchem Satz schillert gefährlich funkelnd heraus: Wir sind besser! Nicht explizit, niemals, aber so unterschwellig – siehe Ausführungen zum “schlechten Gewissen” bei TS.
    Solches Denken verursacht Mehrklassengesellschaften und es ist zutiefst rassistisch! Egal, ob der Bösewicht Jude, Prolet oder Student heißt, ein Teil der Menschen wird wegen eines äußeren Merkmals diskriminiert, kleinergemacht. Sowas nenne ich menschenverachtend.

  6. evi schmitt says:

    @ts

    hör auf damit, ich war (und es bin nicht nur ich) oft genug bei “euch”, ich hab es mir lang genug angesehen, was für ein dummer vorwurf.

    schön, wenn wir “fundamentalkritiker/innen” das gefährlichste hindernis für eure bewegung sind. schön, wenn wir euch ein schlechtes gewissen machen können.

    das heisst ja, dass ihr es begreift. dass ihr es aber begreift, und trotzdem das gegenteil tut, das ist genau das problem, und deswegen sind wir nicht mehr bei euch.

    die bemerkung mit der masse, der das alles unverständlich sei, ist übrigens besonders lustig bei leuten wie euch, die sich seit längerem ohne erfolg um beteiligung der “masse” bemühen. vielleicht lohnt es ja den gedanken, dass die passivität der “masse” einerseits und die innere unwahrhaftigkeit eurer forderungen andererseits miteinander zusammenhängen.

  7. evi schmitt says:

    hahahaha.

    anke ist unbezahlbar. wenn es die nicht in echt gäbe, müsste man annehmen, es sei niemand anders als unser redaktionspraktikant karl von medina, der das schreibt, damit uns die argumente nicht ausgehen.

    um nicht in verdacht zu geraten, mir einen billigen vorteil zu verschaffen, werde ich ihre äusserungen deshalb künftig nicht mehr verwerten.

  8. TS says:

    Frau Evi,

    ich finde den Diskurs den Ihr anregt grundsätzlich sinnvoll, bin aber der Meinung, dass dies der falsche Ort hierfür ist, ja dass Euer Stil insgesamt unangebracht ist. Ihr macht es Euch zu einfach, was ich bereits erläutert habe.

    Meinst Du man bewegt die Masse wenn ein Paar Hanserl die rote Fahne schwingen? In unserer heutigen Gesellschaft muss man da etwas subtiler vorgehen, da der Leidensdruck der Individuen bei weitem nicht ausreicht um mit soetwas eine spontane Umwälzung zu erreichen. Die Ideologien haben bisher nichts von ihrer Strahlkraft umsetzen können. Man erreicht das Bewusstsein der Menschen deshalb nicht mehr. Man muss an den bestehenden Umständen arbeiten, sie sukzessive optimieren, bzw. einer Verschlechterung durch Protest entgegenstehen.
    Wer das nicht soweit es möglich wäre tut, ist ignorant, selbstgerecht oder feige.
    Ich sehe nun ein, Du bist gegen uns, es war schön mit Dir zu diskutieren.

  9. evi schmitt says:

    ts:

    “heute nicht mehr!” leute wie du haben aber schon immer so geredet! man müsse subtiler vorgehen, weil die leute nichts begreifen! man müsse sie, im effekt, manipulieren, sie führen, sie ganz sachte, möglichst ohne dass sie es merken, dahin bringen, wo sie richtigerweise sein müssen! weil sie es von alleine nicht wissen können!

    das ist doch eure ganze praxis, und daher eure ganzen hervorragenden ergebnisse. das ist wahrheaftig eine “ideologie”, deren strahlkraft heute etwas gebrochen ist.

    an den kleinen dingen arbeiten, an den gegebenen umständen, vor allem aber ja und amen sagen! wer die herrschaft und die ausbeutung sukzessive verbessert, ist aber kein befreier, sondern was?

  10. TS says:

    Hier müssen wir nicht mehr weitersikutieren, denn es wurde alles gesagt. Über diesen Grundsatzstreit haben sich schon Klügere die Köpfe zerbrochen…

    Deshalb eine einfache Frage an Dich.
    Was tust Du? Oder was empfiehlst Du uns?
    Vielen Dank!!

  11. TS says:

    Naja 1-2 Fragen…

  12. anke says:

    @Evi Schmitt
    Auch eine Möglichkeit: den Gegner lächerlich machen. Dadurch wirkt man selber größer. Billiger Zaubertrick, der täuscht!
    Oder die Argumente verdrehen, so tun als hätte TS gänzlich anderes geäußert. Wie gesagt: exaktes Lesen…
    Moralisch positiv besetzte Begriffe ad absolutum setzen und dem anderen absprechen, dabei vage bleiben, gerade was die eigene Position betrifft.
    Bedeutungsvolle Wörter lancieren. Hintergründe andeuten. Wetten, wenn man da bohrt, stochert man im Leeren?
    Rhetorisch hochgradig manipulativ, ach, ich Troll! TS manipuliert doch die Massen mit den roten Fahnen…
    Übrigens harre auch ich gespannt auf konkrete Handlungsvorschläge.

  13. Benyeahhh says:

    Ein Beispiel für die Leute hier, die scheinbar denken, außer “lustigen Kreativaktionen” könnte man nichts machen:

    Als die alternative Liste gegen Studiengebühren vor ein paar Jahren einen Boykott gegen Studiengebühren organisiert hat, haben 20 Leute mitgemacht, den Rest hats wohl nicht interessiert oder sie hatten schiss, exmatrikuliert zu werden…da ist es klar, dass man mehr Interessierte findet, wenn es darum geht sich auf den Boden zu legen um zu protestieren…

    TS, bei Deinen schlauen Kommentaren kommt mir allerdings auch das Essen hoch, bitte bitte lass sie einfach sein…Du schreibst hier weit mehr scheiss zusammen, als ein Mensch ertragen kann…

    Obwohl ich nicht zum Reporterteam des Hype zähle, finde ich, dass es erlaubt sein darf, gewisse Dinge auch in der Deutlichkeit darzustellen, wie sie es gemacht haben…

  14. TS says:

    @Benyeahhh

    Was soll das bitte mein Geschreibsel als Scheiß zu bezeichnen, ohne Gründe zu nennen? Unfaires Foul.

  15. @evi schmitt says:

    Habt ihr keinen eigenen blog, den ihr zumüllen könnt?
    Diese Angriffe des “Hypes” sind nicht neu und werden auch mit wiederholung nicht besser.

  16. TS says:

    Ah und Benyeah, es wäre gut wenn Ideen kommen die nicht scheitern^^
    Aber immerhin gibst Du Dir Mühe, im Gegensatz zu anderen!

  17. anke says:

    @benyeahhh
    Für mich gehört dazu auch, dass man in aller Deutlichkeit widersprechen resp. sich distanzieren darf! Bevorzugt ohne ausfällig zu werden. Abgesehen davon fand ich diejenigen hier keinesfalls deutlich, eher andeutend, kryptisch…

    Die Empfindlichkeit deines Magens ist in Wirklichkeit aufs Studium zurückzuführen, Stichwort Bulimie-Lernen. Irgendwann hat es den Menschen voll im Griff! ;-)

  18. @evi schmitt says:

    Noch was zu Eurer gutgemeinten “Wir schreiben für euch die Arbeiten.”-Aktion.
    Lieber gehen wir nebenbei jobben, um das Studium unserer Kinder weiterhin finanzieren zu können(falls durch das Engagieren im Bildungsstreik ein Semester flöten gegangen ist), als dass sie sich vom “Hype” erst diffamieren und dann “helfen” lassen.

  19. TS says:

    Hat keinen Sinn bei Evi etc. weiter zu bohren, der Hype ist vorüber…
    Sie haben nichts anzubieten außer Worthülsen. Keine praktischen Vorschläge…