Free hugs for free education – Aktion am Freitag

Am heutigen Freitag, gegen 12:00 Uhr, wurde eine weitere Aktion im Rahmen der Aktionswoche der Protestierenden der Universität Würzburg gestartet. Unter der Überschrift „Free hugs for free education“ boten die Studierenden Umarmungen an. Die Aktion soll eine der negativen Auswirkungen des Bachelor/Master-Systems in den Vordergrund rücken und dieser möglichst durch (wenn auch nur kurzzeitigen) wärmeren Umgangston entgegenwirken. Genauer gesagt geht es um den gesteigerten Konkurrenzkampf unter den Studierenden. In einem Studiengang in dem die Plätze zu Kursen und Seminaren gestaffelt nach den Noten der jeweils angemeldeten Studierenden verteilt werden und jemand mit schlechterer Note evtl. keinen Platz mehr bekommt, kann man nicht mehr vom gemeinsamen Lernen sprechen, man lernt gegeneinander. Außerdem sollen in Zukunft alle Absolventen nach ihrer Abschlussnote nochmals in Kohorten einsortiert werden: Ein guter Studierender kann also bei gleicher Leistung schlechter beurteilt werden, wenn es sehr viele sehr gute Studierende gibt.

Durch solche Bewertungs- und Vergabesysteme wird der immer weitergehende Trend zur Verwertungslogik unseres derzeitigen Studiensystems sichtbar. Wir studieren nicht um zu werden was politische- und Wirtschaftsinteressen aus uns zu machen versuchen, wir studieren um zu werden was wir sein wollen!

Leider ist diese Tendenz auch gesamtgesellschaftlich zu erkennen, die Universitäten könnten eine der Keimzellen der Veränderung sein. Hin zu einem Umgang der Menschen untereinander, der geprägt ist von Verständnis, Solidarität und Fairness.


9 Responses to “Free hugs for free education – Aktion am Freitag”

  1. [...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Boris Haluszczynski, Würzburg brennt erwähnt. Würzburg brennt sagte: #wuebrennt Blog: Free hugs for free education – Aktion am Freitag http://bit.ly/4LoHdI #unibrennt [...]

  2. Larissa says:

    gute aktion!
    ich wär gerne dabei gewesen!

  3. anke says:

    Sinnvolle Aktion!
    Die Sortierung nach Noten ist so exakt und so sinnstiftend wie die Beschriftung der Luftballontüten für die MO-Aktion: 100 g Luftballons!

  4. TS says:

    Das war eine tolle Woche bis jetzt! Danke an alle!!

  5. Martin says:

    haha, ihr lernt! es scheint zu laufen! freut mich sehr schön!

  6. Sebastian - Besetzer says:

    haha, wie sich der Falk rausgeputzt hat. Ich wette der war der einzige der Umarmungen bekommen hat!
    :-)

  7. Johannes says:

    Sauber! Bin begeistert von eurer Kreativität.
    War zwar anfangs skeptisch, dass der Kuschelkurs zieht, bin jetzt aber echt überzeugt.
    Hätte bei der Aktion heute früh auch mitgemacht, leider schaff ichs Samstag aber nur selten auch wenns um die gute Sache geht nicht vor 11 ausm Bett…sorry!

  8. Cajon-Nico says:

    hehe, kann ich nur zustimmen, Falk wird ein Mann von Welt, weisch Beppone. Und da müssen gewisse Dinge dann eben auch mal angepasst werden ,-)

    Habe langsam so das Gefühl, dass viele – nicht nur gebrainwashed – mittlerweile auch erkannt haben, dass Freigeist und offensiv-radikale Kreativität besser funktioniert als ein Denken in sturen, bekannten Protest-Schemata. Wobei man optional nicht ausschließen sollte bei längerfristigem Scheitern der Kreativ-Protest-Offensive durchaus auch mal wieder auf altbewährte Methoden zurückzugreifen (Überfrequentierung, den Grüngürtel mit der Stroaßn verwechseln oder ähnliches…)

    “Noch sitzt ihr da oben, ihr feigen Gestalten,
    vom Feinde bezahlt und dem Volke zum Spott.
    Doch einst wird wieder Gerechtigkeit walten,
    dann richtet das Volk und es gnade euch Gott.”

    etwas sehr martialisch, wenn man den historischen Kontext nicht bedenkt -Carl Theodor Körner. Deutscher Dichter. Gefallen 1813 im Freiheitskrieg
    gegen Napoleon.

    Keep doin’ that thang!

    Bald sind auch bei mir die Prüfungen rum,

    freu mich schon aufs Wiedershehen.

  9. Dodo says:

    Ich habe die Aktionen verfolgt und bin auch ziemlich begeistert von der Kreativität. Die Aktionen zeigen teilweise intelligenten Witz, zeigen die Friedfertigkeit des Protests und bohren doch in der Wunde der Bildungsungerechtigkeiten

    Letzteres würde ich mir noch mehr wünschen, wenn gleich meine kreative Leistung wohl nicht an die der bisherigen heranreicht.

    Eine andere Sache könnte man auch langsam mal mehr in den Blick rücken: warum nicht offensiv den Dialog mit Politikern suchen. Landtagsabgeorndete haben doch Bürgersprechstunden. Und die können in Debatten im Landtag nicht nur eingreifen, sondern auch Anträge stellen. Es gibt sicherlich ein paar, die eigentlich nix zu verlieren haben (da deren Amtszeit endet oder sie eh schon außen stehen) und mit denen man zusammenarbeiten könnte. Ich glaube es wäre der Mühe wert, sich da mal ein bisschen zu informieren.