Sehr geehrter Herr Präsident,
in Ihrem offenen Brief vom 10. Januar 2010 haben Sie angekündigt uns keine Räume mehr zur Verfügung zu stellen. Dies hat uns in großes Erstaunen versetzt. Bislang waren wir von einer guten Kommunikation und Zusammenarbeit überzeugt.
Ihr Vorwurf, dass inhaltliche Themen in unserer Arbeit keine Rolle mehr spielen, ist nicht haltbar. Vielmehr haben wir das Gefühl, dass unsere seit langem konkret ausformulierten Forderungen an die Hochschulleitung ignoriert werden, insbesondere diejenigen, die über die Änderungen im Bachelor- und Mastersystem hinausgehen. Beim Bildungsgipfel vor Weihnachten haben wir sie der Hochschulleitung letztmals in Form eines Ultimatums vorgelegt. Nun ist es an der Hochschulleitung, darauf zu reagieren.
Die Entscheidung, die Mahnwache am Max-Scheer-Hörsaal räumen zu lassen, stellt sich uns rein politisch motiviert dar. Eine Stellungnahme dazu auf unserer Homepage ist angebracht, um auf den zu missbilligenden, politischen Hintergrund der Entscheidung hinzuweisen. Es gab schließlich keinerlei Sachzwänge, die Räumung anzuordnen und die vorgebrachten Gründe beruhen schlichtweg auf falschen Tatsachen. Die Gründe für die Räumung basieren somit ausschließlich auf Vermutungen. Zu keiner Zeit bestand ein Sicherheitsrisiko, Sachschäden entstanden nicht einmal während der fünfwöchigen Audimaxbesetzung und gegen die getroffenen Absprachen wurde nicht gehandelt. (Zur detaillierten Widerlegung der Gründe siehe hier.) Wir räumen hiermit jedoch ein, dass es sich bei der Aussage auf unserer Homepage, der Kanzler der Universität hätte falsche Informationen bewusst weitergegeben, um eine Vermutung handelte. Diese wurde auf Ihren Brief hin umgehend korrigiert.
Wir sind enttäuscht darüber und verstehen nicht, dass die Universitätsleitung vor der Räumung kein Gespräch gesucht hat, um Klarheit über die Situation zu erlangen. Der Austausch mit dem Unikanzler am 7.1.2010, bei dem es um die Räumung ging, verlief dementsprechend hitzig. Dass Sie sich daraufhin veranlasst sahen, uns in einem offenen Brief die Nutzung sämtlicher Räumlichkeiten der Universität zu untersagen, verwundert uns stark. Wir würden es nicht begrüßen, wenn die Hochschulleitung nun auf Konfrontationskurs gehen sollte. Die bisherige Kommunikation mit Ihnen, dem Präsidenten der Universität, wurde von uns als wertvoll empfunden.
Wir hoffen, dass Sie Ihre Entscheidung bezüglich der Räumlichkeiten überdenken und somit die Universität auch weiterhin ein offener Raum für die kritische Auseinandersetzung der Studierenden ist.
Wir haben unser Ziel nach wie vor fest im Blick! Zusammen mit unseren Partnern in der Gesellschaft, aus anderen Bereichen der Bildung und Kirchen werden wir uns weiterhin mit hochschulpolitischen Themen auseinandersetzen und für die Verbesserung der Situation an den Hochschulen kämpfen.
Auch künftig wollen wir den Dialog mit Ihnen als Präsident der Universität führen und wollen an die bereits festgestellten Gemeinsamkeiten anknüpfen. Möglicherweise entstandene Missverständnisse sollten uns daran nicht hindern.
Am kommenden Freitag, den 15. Januar 2010, läuft unsere erste an die Hochschulleitung formulierte Frist ab. Wir erwarten, dass Sie sich am Abend des 14.1.2010 mit uns treffen und uns die Bemühungen, Schritte und Ergebnisse hinsichtlich unserer Forderungen vorstellen.
Mit freundlichen Grüßen
Das Plenum der Universität Würzburg
“Schildern Sie Wilhelm Tell Ihren Kindern als Freiheitshelden oder als Terroristen?” (Pestalozzi, Hans A., Nach uns die Zukunft, 1979, Bern, S. 24 – Pestalozzi ist Schweizer Wirtschaftswissenschaftler)
boah leute, inzwischen ist´s mir echt zu blöd irgendwas zu eurem scheiß zu schreiben…
naja, anscheinend ja nicht…