Archive for January, 2010

Studentenwerkszuschüsse gekürzt!

Sunday, January 31st, 2010

Während mit der zunehmenden Verschulung des Hochschulstudiums individuell bestimmtes Lernen und Lehren im Keim erstickt wird, reiht sich die Verabschiedung des Nachtragshaushalts des Freistaat Bayerns in die lange Reihe von Maßnahmen ein, durch die nur noch Kinder finanzstarker Haushalte einen Zugang zu dieser fragwürdigen „Bildung“ bekommen.

Von der Verabschiedung des Nachtragshaushaltes für das Jahr 2010 am 15. Dezember des letzten Jahres verspricht sich Ministerpräsident Horst Seehofer neben der Stärkung der Wirtschaft auch eine Unterstützung von Bildung und Familie. Wie Hohn wirkt daher die darin verankerte faktische Kürzung der Mittel für die bayrischen Studentenwerke um 35%, welche mangels finanzieller Spielräume seitens der Studentenwerke auf die StudentenInnen abgewälzt werden muss. Die Erhöhung von Mensapreisen und Mietkosten, sowie der ersatzlose Wegfall von Angeboten in der sozialen und psychologischen Beratung sind unausweichliche Konsequenzen. Dies greift die Einrichtungen und Leistungen des täglichen Lebens von Studierenden an, welche durch die Förderung der Studentenwerke gesichert sein sollten. Die neuerliche Kürzung blockiert damit nicht nur die essentielle Arbeit der Studentenwerke Bayerns, sondern unterwandert damit auch weiter den freien Zugang zu Bildungseinrichtungen. Die Lebenshaltungskosten werden für einen großen Teil der Studierenden noch weniger tragbar als bislang. Auch die direkte Erhöhung des Studentenwerksbeitrags als versteckte Erhöhung der Studiengebühren drängt sich auf.

Damit einhergehende finanzielle Engpässe für Betroffene aus einem schlechter gestellten sozio-ökonomischem Umfeld münden in  weiter steigenden Druck, sind sie doch genötigt, ihr Studium schneller zu beenden, gleichzeitig aber neben dem Studium mehr zu arbeiten. Im Verborgenen bleibt überdies, für wie viele dies die Verhinderung der Entfaltung ihrer Potentiale bedeutet. Sind doch weniger die einer freien Bildung zuwiderlaufenden Anforderungen einer wirtschaftshörigen Hochschullandschaft Ausschlussfaktor, als vielmehr das schlichtweg nicht bezahlbare Hochschulstudium an sich. Der kapitalistischen Profitmaximierung im besonderen Umfang ausgesetzte Randgruppen werden diese Einschnitte in erster Linie spüren, da sie auch die Integrationsangebote und die Kinderbetreuung betreffen.

Sind jegliche Möglichkeiten des Erhalts von Vergünstigungen über das Studentenwerk ausgehöhlt, bleibt der Übergang in die Hand privater Investoren nur noch eine Formalität. Anders als bei der in Bayern ausgeschlossenen studentischen Mitbestimmung könnte die dafür notwendige Umschreibung des Bayrischen Hochschulgesetzes zumindest begründet werden: mit „Sachzwängen im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise“.

Wer seine Stimme gegen diese Entwicklung erheben und sich damit auch gegenüber seinen KommilitonInnen solidarisch zeigen will, unterstützt durch seine Unterschrift die „Petition gegen Kürzungen beim Studentenwerk“ im Rahmen der Kampagne „Unhappy Meal“ der LandesAStenkonferenz.

Probleme und Lösungsansätze im Studiengang Informatik, Bachelor

Saturday, January 30th, 2010

Viel Mühe gaben sich drei Studierende der Informatik und äußerten auf sehr konstruktive Weise Kritik und Verbesserungsvorschläge am Bachelor-Studiengang Informatik in Form eines Briefs an den Studiendekan der Informatik, Prof. Frank Puppe. Während der am 10.12.2009 abgehaltenen Vollversammlung der Informatik bot der Studiendekan den Studenten an, schriftlich und begründet ihre Kritikpunkte am Bachelor-Studiengang Informatik darzulegen. Innerhalb weniger Wochen wurden konkrete Ideen erarbeitet, wie man die Studienbedingungen in Sachen Lehre, Prüfungen, Vorlesungen, Bachelorarbeit sowie in allgemeiner Hinsicht verbessern kann. Am 18.1.2010 wurde der Brief an die Professoren der Informatik, insbesondere an den Studiendekan, weitergeleitet, nachdem er von fast 60 Prozent der Bachelor-Studenten der Informatik, sowie zahlreichen Studierenden anderer Informatik-Studiengänge unterschrieben wurde. Laut Aussagen, die auf der „wiki-Seite“ der InformatikstudentInnen zu finden sind, fand bereits ein „sehr erfreuliches“ Gespräch mit dem Studiendekan statt. Genauere Ergebnisse des Gesprächs sind auf ebendieser Seite zu finden.

Das Engagement der drei Verfasser, sowie das der Studenten, die den Brief mit ihrer Unterschrift unterstützen und das gezeigte Entgegenkommen des Studiendekans kann als Vorbild dienen, um den Wunsch nach besserer Lehre und besseren Studienbedingungen wahr werden zu lassen. Jeder Einzelne, der unzufrieden mit der jetzigen Situation ist und eine Veränderung möchte, sollte sich dazu bewegen – in Zusammenarbeit mit Kommilitonen, Fachschaften und Professoren – diese zu kritisieren und gleichzeitig Verbesserungsvorschläge anzubringen.

Mehr Informationen:

Brief an die Professoren

Zur „wiki“-Seite der InformatikstudentInnen

Gewerkschaften rufen Unileitung und Studenten zur Fortsetzung des Dialoges auf

Wednesday, January 27th, 2010

Der Begriff Solidarität ist auch in Zeiten zunehmender Einschnitte im Bildungssystem noch immer mit Leben erfüllt: Der studentische Protest wird ungebrochen von unseren Bündnispartnern, den Gewerkschaften, unterstützt, wie aus der im Januar erschienen Pressemitteilung der drei Würzburger Kreisverbände von verdi, IG Metall & GEW hervor geht. Darin werden gleichsam Grundanliegen der aktiven Studierenden untermauert, wie die Forderung nach Räumlichkeiten an der Universität und die Wiederaufnahme von Gesprächen. Gemeinsam ist man der Meinung, dass auf diesen aufbauend mit der Unileitung an den notwendigen Reformen gearbeitet werden muss.

Großdemonstration 30.01.10 Frankfurt a. M. – Aufruf

Tuesday, January 26th, 2010

Der Bildungsstreik 2009 war nicht umsonst! Die Abschaffung der Studiengebühren im Saarland oder in Hessen im Jahr zuvor, sowie Teilerfolge, wie die Senkung der Studiengebühren in Bamberg und die Abschaffung der allgemeinen Anwesenheitspflicht in Würzburg haben gezeigt, dass unser Protest wirkt. Durch den Mangel an ernstzunehmenden Reaktionen der Regierenden wird allerdings klar, dass dies allein nicht ausreicht. Breites, öffentliches Eintreten für unsere Forderungen ist unumgänglich, um auch die Parlamente und Regierungen zum Einlenken zu bewegen. Der Wandel der Hochschulen, hin zu verschulten Lernfabriken, die im Sinne der Verwertbarkeit von Bildung, den Konkurrenzkampf unter Studierenden vorantreiben, wird anders nicht zu stoppen sein. Daher rufen wir hiermit dazu auf, an der Großdemonstration am 30.01.10 in Frankfurt am Main teilzunehmen, um gemeinsam die Rückgabe der Universitäten an die Gesellschaft zu fordern. Weiterhin wollen wir uns mit unseren Frankfurter Kommilitonen solidarisch gegen den Versuch der Unileitung stellen, den dortigen AStA finanziell auszuhungern und somit die studentische Selbstverwaltung zu untergraben und die Studierenden zu entpolitisieren. Auch wir kämpfen für eine verfasste Studierendendenschaft und wollen Versuche, sie in anderen Städten zu unterminieren, nicht hinnehmen. Aus vielen anderen Universitäts-Städten werden Mitstreiter erwartet. Treffpunkt in Würzburg ist  um 10:15 am Hauptbahnhof. Wir fahren mit Wochenend-Ticket, zu fünft kommt man pro Ticket also auf etwa 7€ Fahrtkosten. Nur gemeinsam können wir etwas Bewegen und die Verantwortlichen zum Umdenken veranlassen. Für ein selbstbestimmtes Leben und Lernen, ohne Studiengebühren, ohne soziale Selektion.

www.bildungsstreik-ffm.de

Die freie Bildung ist tot – Aktion am Sonntag

Sunday, January 24th, 2010

Heute endete die Aktionswoche der Protestierenden der Universität Würzburg, welche am Montag begann, nachdem das für den 15.01.10 an die Hochschule gestellte Ultimatum verstrichen war. Zum Abschluss fielen Studierende an zentralen Plätzen der Stadt „tot“ um und hinterließen die mit Kreide markierten Umrisse ihrer Körper. Gleichzeitig attestierte ein als Arzt verkleideter Protestierender lautstark den Tod der freien Bildung. Mit der Aktion sollte auf die immer weitergehende Aushöhlung der Universität als Bildungsanstalt hingewiesen werden, hin zu einer Abfertigungsfabrik, welche nur noch die nötigsten Kenntnisse vermitteln und die Studierenden möglichst schnell auf den Arbeitsmarkt werfen soll. Gleichzeitig wurde auch der Rückzug des Staates aus der Finanzierung der Bildungseinrichtungen kritisiert, an dessen Stelle nun die Wirtschaft zu rücken droht. Dadurch besteht die Gefahr, dass Fakultäten, wie z.B. die aus den Gesellschafts- und Geisteswissenschaften, an denen diese Geldgeber naturgemäß kein großes Interesse haben, mit der Zeit noch stärker, als dies bereits jetzt schon der Fall ist, unterfinanziert werden. Die Bildung würde in ein Korsett gezwängt, in dem nur Fachrichtungen bestehen können, die einen monetären Nutzen für den jeweiligen Gönner ausmachen. Aus Sicht der Bildungsstreikenden darf es nicht sein, dass die Hochschulen in Zukunft dazu genötigt sind immer stärker die Interessen des freien Marktes bedienen, anstatt die Bedürfnisse der Gesellschaft. Mit einem derartigen Bildungssystem wird man von Deutschland  als „Land der Dichter und Denker“ sicherlich nicht mehr mit Recht sprechen können.

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Deine Stimme für bessere Bildung – Aktion am Samstag

Saturday, January 23rd, 2010

Durch die Verbreitung einer Protest-E-Mail schaffen die Bildungsstreikenden der Universität Würzburg, unter Nutzung der Vorteile des Informationszeitalters, die Möglichkeit, unkompliziert vom Schreibtisch aus Protest zu artikulieren. Die E-Mail richtet sich an die Verantwortlichen in Bildungs- und Hochschulpolitik und kann somit an jegliche offizielle, mit Bildungsangelegenheiten betraute Behörde oder Person verschickt werden. Gegenstand sind die Forderungen des Bildungsstreiks an die Landesregierung. Hiermit soll den Verantwortlichen gezeigt werden, wie viele Menschen hinter den Forderungen der Protestierenden stehen. Jeder Unterstützer der Forderungen des Bildungsstreiks ist hiermit dazu aufgerufen diese Mail an seinen zuständigen Abgeordneten, die zuständigen Behörden oder andere Träger von Verantwortlichkeiten in Bildungs- und Hochschulthemen abzusenden. Als Anhang würde der gesamtbayrische Forderungskatalog bestimmt einen guten Eindruck machen. Natürlich steht es allen frei ihre eigene Meinung in Fließtext o.ä. zu bannen und diesen abzusenden. Der Text ist als .txt-Datei gespeichert und kann so einfach aus der Datei in die eigene E-Mail kopiert werden. Auch eine Liste mit möglichen Adressaten ist hier zu finden.

Deine Stimme für bessere Bildung (Text der E-Mail)

Mögliche Adressaten

Gesamtbayrischer Forderungskatalog

Free hugs for free education – Aktion am Freitag

Friday, January 22nd, 2010

Am heutigen Freitag, gegen 12:00 Uhr, wurde eine weitere Aktion im Rahmen der Aktionswoche der Protestierenden der Universität Würzburg gestartet. Unter der Überschrift „Free hugs for free education“ boten die Studierenden Umarmungen an. Die Aktion soll eine der negativen Auswirkungen des Bachelor/Master-Systems in den Vordergrund rücken und dieser möglichst durch (wenn auch nur kurzzeitigen) wärmeren Umgangston entgegenwirken. Genauer gesagt geht es um den gesteigerten Konkurrenzkampf unter den Studierenden. In einem Studiengang in dem die Plätze zu Kursen und Seminaren gestaffelt nach den Noten der jeweils angemeldeten Studierenden verteilt werden und jemand mit schlechterer Note evtl. keinen Platz mehr bekommt, kann man nicht mehr vom gemeinsamen Lernen sprechen, man lernt gegeneinander. Außerdem sollen in Zukunft alle Absolventen nach ihrer Abschlussnote nochmals in Kohorten einsortiert werden: Ein guter Studierender kann also bei gleicher Leistung schlechter beurteilt werden, wenn es sehr viele sehr gute Studierende gibt.

Durch solche Bewertungs- und Vergabesysteme wird der immer weitergehende Trend zur Verwertungslogik unseres derzeitigen Studiensystems sichtbar. Wir studieren nicht um zu werden was politische- und Wirtschaftsinteressen aus uns zu machen versuchen, wir studieren um zu werden was wir sein wollen!

Leider ist diese Tendenz auch gesamtgesellschaftlich zu erkennen, die Universitäten könnten eine der Keimzellen der Veränderung sein. Hin zu einem Umgang der Menschen untereinander, der geprägt ist von Verständnis, Solidarität und Fairness.


Podiumsdiskussion in der KHG am Donnerstag

Thursday, January 21st, 2010

Im Rahmen der “Aktion Pinguin“ haben am Donnerstag, den 21.01.10 Studierende der Universität Würzburg die Podiumsdiskussion zum Thema Bildungsgerechtigkeit „macht – geld – bildung(?)“ besucht, selbstverständlich elegant gekleidet. Man darf auf Ergebnisse gespannt sein.

    Märchenwald Bildungspolitik – Aktion am Donnerstag

    Thursday, January 21st, 2010

    In einer Linie mit den Großen dieser Kunst, namentlich Menschen wie Michael Ende, Karl May, Wolfgang Heubisch, den Gebrüdern Grimm, Roland Koch und vielen mehr, sahen sich heute Studierende der Universität Würzburg bei der „Märchenstunde“ in der Mensa am Hubland. Zwischen 11:00 und 13:30 Uhr des heutigen Donnerstags wurden allerhand Bildungsmärchen, wie „Des Seehofers neue Kleider“ oder „Die kluge Arbeitertochter“, gelesen. Mit der Aktion wollten die Studierenden auf die immer wieder abenteuerlichen Geschichten der Bildungspolitiker, wie z.B. die soziale Verträglichkeit von Studiengebühren oder die Durchlässigkeit des bayrischen Bildungssystems für alle sozialen Schichten und Menschen mit Migrationshintergrund, aufmerksam machen. Ihrer Meinung nach sind diese Ansichten hinreichend widerlegt, was aber leider nicht dazu führt das sie nicht immer wieder als Wahrheit verkauft werden.

    Wir lassen uns nicht verschaukeln – Aktion am Mittwoch

    Wednesday, January 20th, 2010

    SchaukelAm heutigen Mittwoch, gegen 10:00 Uhr schmückten Studierende das Mensagebäude des Universitätscampus am Hubland, sowie einen Baum auf dem Campus der Fakultät Philosophie I mit selbst gebastelten Schaukeln und diversen Plakaten.
    Mit der Aktion unter dem Motto „Wir lassen uns nicht verschaukeln“ ermahnten sie Politik und Hochschulleitung, nicht darauf zu setzen die Protestierenden mit hohlen Phrasen abspeisen zu können, in der Hoffnung, dass sich die bundesweite Protestbewegung mit der Zeit im Sand verläuft. Diese Strategie hatte ja bekanntermaßen schon über die Feiertage und Weihnachten nicht den gewünschten Effekt gehabt.