Während mit der zunehmenden Verschulung des Hochschulstudiums individuell bestimmtes Lernen und Lehren im Keim erstickt wird, reiht sich die Verabschiedung des Nachtragshaushalts des Freistaat Bayerns in die lange Reihe von Maßnahmen ein, durch die nur noch Kinder finanzstarker Haushalte einen Zugang zu dieser fragwürdigen „Bildung“ bekommen.
Von der Verabschiedung des Nachtragshaushaltes für das Jahr 2010 am 15. Dezember des letzten Jahres verspricht sich Ministerpräsident Horst Seehofer neben der Stärkung der Wirtschaft auch eine Unterstützung von Bildung und Familie. Wie Hohn wirkt daher die darin verankerte faktische Kürzung der Mittel für die bayrischen Studentenwerke um 35%, welche mangels finanzieller Spielräume seitens der Studentenwerke auf die StudentenInnen abgewälzt werden muss. Die Erhöhung von Mensapreisen und Mietkosten, sowie der ersatzlose Wegfall von Angeboten in der sozialen und psychologischen Beratung sind unausweichliche Konsequenzen. Dies greift die Einrichtungen und Leistungen des täglichen Lebens von Studierenden an, welche durch die Förderung der Studentenwerke gesichert sein sollten. Die neuerliche Kürzung blockiert damit nicht nur die essentielle Arbeit der Studentenwerke Bayerns, sondern unterwandert damit auch weiter den freien Zugang zu Bildungseinrichtungen. Die Lebenshaltungskosten werden für einen großen Teil der Studierenden noch weniger tragbar als bislang. Auch die direkte Erhöhung des Studentenwerksbeitrags als versteckte Erhöhung der Studiengebühren drängt sich auf.
Damit einhergehende finanzielle Engpässe für Betroffene aus einem schlechter gestellten sozio-ökonomischem Umfeld münden in weiter steigenden Druck, sind sie doch genötigt, ihr Studium schneller zu beenden, gleichzeitig aber neben dem Studium mehr zu arbeiten. Im Verborgenen bleibt überdies, für wie viele dies die Verhinderung der Entfaltung ihrer Potentiale bedeutet. Sind doch weniger die einer freien Bildung zuwiderlaufenden Anforderungen einer wirtschaftshörigen Hochschullandschaft Ausschlussfaktor, als vielmehr das schlichtweg nicht bezahlbare Hochschulstudium an sich. Der kapitalistischen Profitmaximierung im besonderen Umfang ausgesetzte Randgruppen werden diese Einschnitte in erster Linie spüren, da sie auch die Integrationsangebote und die Kinderbetreuung betreffen.
Sind jegliche Möglichkeiten des Erhalts von Vergünstigungen über das Studentenwerk ausgehöhlt, bleibt der Übergang in die Hand privater Investoren nur noch eine Formalität. Anders als bei der in Bayern ausgeschlossenen studentischen Mitbestimmung könnte die dafür notwendige Umschreibung des Bayrischen Hochschulgesetzes zumindest begründet werden: mit „Sachzwängen im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise“.
Wer seine Stimme gegen diese Entwicklung erheben und sich damit auch gegenüber seinen KommilitonInnen solidarisch zeigen will, unterstützt durch seine Unterschrift die „Petition gegen Kürzungen beim Studentenwerk“ im Rahmen der Kampagne „Unhappy Meal“ der LandesAStenkonferenz.














